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Artemis

Andy Weirs Artemis ist ein Mondkolonie-Thriller um Jazz Bashara, Schmuggel, Aluminiumindustrie und die Ökonomie einer ersten Stadt auf dem Mond.

Andy Weirs 'Artemis' erschien 2017, zwei Jahre nach dem enormen Erfolg von 'The Martian' als Film und sechs Jahre nach dessen ursprünglicher Buchveröffentlichung. Der Roman spielt in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond. Die Protagonistin Jazz Bashara arbeitet als Trägerin und Schmugglerin. Sie gerät in einen Sabotageauftrag rund um Aluminiumproduktion, Energieversorgung und Kontrolle der lokalen Wirtschaft.

Weir setzt erneut auf technische Problemlösung, aber der Ton ist stärker Thriller und Heist als Überlebenslogbuch. Artemis besteht aus Kuppeln, Drucksystemen, Tourismus, Industrie, Schmelzprozessen und einer fragilen Stadtökonomie. Der Mond ist kein romantischer Ort, sondern eine teure, gefährliche Infrastruktur. Luft, Raum, Arbeit und Recht sind knapp. Jazz kennt diese Systeme von unten und bewegt sich zwischen legaler Arbeit, Schwarzmarkt und persönlichem Ehrgeiz.

Die Aluminiumindustrie ist ein zentraler Plotpunkt, weil Mondressourcen und Energiepreise über Macht entscheiden. Weir nutzt chemische und technische Details, aber weniger streng isoliert als in 'The Martian'. Viele Reaktionen auf den Roman waren gemischt: Das Setting wurde oft gelobt, Jazz als Stimme und Figur teils kontrovers bewertet. Eine Verfilmung wurde zeitweise angekündigt, unter anderem mit Phil Lord und Christopher Miller als Regieprojekt, blieb jedoch lange in Entwicklung.

'Artemis' ist interessant, weil es Mondkolonisierung ökonomisch erdet. Die Frage lautet nicht nur, wie Menschen auf dem Mond überleben, sondern wer dort bezahlt, schmuggelt, produziert, putzt, erbt und kontrolliert. Der Roman zeigt eine frühe Weltraumstadt mit sehr irdischen Problemen: Ungleichheit, Korruption, Wohnraum, Arbeit und der Traum, durch einen riskanten Coup aufzusteigen.

Besonders deutlich wird, dass eine Mondstadt keine Utopie sein muss. Artemis lebt von Tourismus, Konzessionen, Arbeitserlaubnissen und technischen Abhängigkeiten. Wer arm ist, bleibt auch unter Kuppeln arm. Weirs Stärke liegt hier weniger in kosmischer Größe als in der Frage, wie eine erste außerirdische Stadt als Markt, Hafen und sozialer Druckraum funktionieren könnte.

Jazz Bashara ist dabei bewusst keine klassische Astronautenfigur. Sie ist Arbeiterin, Tochter eines Schweißers, Kleinkriminelle und jemand, der die Stadt von Wartungsschächten, Lieferwegen und informellen Deals aus versteht. Diese Perspektive unterscheidet 'Artemis' von vielen Mondromanen, die den Erdtrabanten zuerst durch Wissenschaftler oder Pioniere betreten.

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Artemis. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/artemis-weir/ (abgerufen am 07.06.2026).

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