Beamen
Sofortige Teleportation durch Zerlegung und Wiederaufbau von Materie.
Der Transporter aus Star Trek ist die bekannteste Darstellung von Teleportation in der Popkultur. Gene Roddenberry erfand ihn aus einem pragmatischen Grund: Das Budget der Originalserie reichte nicht für Landesequenzen mit Raumschiffen. Die Lösung war elegant: Der Körper wird in ein Energiemuster zerlegt, als Datenstrom übertragen und am Zielort wieder zusammengesetzt.
Die philosophischen Implikationen sind tiefgreifend. Wenn der Transporter dich zerstört und eine exakte Kopie aufbaut, bist du dann noch du? Oder stirbst du bei jeder Benutzung, und eine neue Person mit deinen Erinnerungen lebt weiter? Star Trek selbst thematisiert das Problem in der Episode Second Chances (TNG), in der ein Transporterunfall zwei identische Rikers erzeugt, die beide überzeugt sind, das Original zu sein.
Jenseits von Star Trek behandeln zahlreiche SF-Werke Teleportation. Alfred Besters The Stars My Destination (1956) beschreibt eine Gesellschaft, in der Menschen sich durch Willenskraft teleportieren können, was die gesamte Wirtschaft und Kriegsführung verändert. In Dan Simmons' Hyperion-Cantos verbindet ein Netzwerk von Farcaster-Portalen hunderte Welten. Larry Nivens Known Space nutzt Teleportations-Kabinen als alltägliches Transportmittel und untersucht die gesellschaftlichen Folgen: Wenn jeder überallhin teleportieren kann, verschwinden kulturelle Unterschiede.
In der Physik wurde Quantenteleportation nachgewiesen, allerdings nur für den Zustand einzelner Teilchen. Die Teleportation eines kompletten Menschen würde die Verarbeitung von rund 10 hoch 28 Atomen erfordern, eine Datenmenge, die jede denkbare Technologie übersteigt.
Das philosophische Kernproblem des Beamens hat Greg Egan in mehreren Kurzgeschichten konsequenter durchgespielt als jeder andere Autor. Wenn die Kopie perfekt ist und das Original zerstört wird, ist der Unterschied zwischen Teleportation und dem Tod des Originals plus Erschaffung eines Klons rein semantisch. Egan argumentiert, dass die Kontinuität des Bewusstseins das Entscheidende ist, und die Teleportation bricht sie zwingend. Das macht den Transporter zu einem philosophischen Mörder, der jeden Benutzer tötet und durch eine identische Kopie ersetzt.
Star Trek vermeidet diese Frage strategisch. Wenn die Crew täglich beamt, kann die Serie nicht ernsthaft behaupten, dass dabei jemand stirbt. Die Ausnahme ist Second Chances (TNG, 1993), wo ein Transporterunfall zwei Exemplare von Riker produziert und die Serie kurzzeitig die Folgefrage stellen muss, wer das Original ist. Beide sind es, oder keiner. Das ist die einzige Episode, die das Identitätsproblem frontal angeht, und sie löst es nicht, sondern stellt es dar. Das ist ehrlicher als die meisten.
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Beamen. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/beamen/ (abgerufen am 17.06.2026).
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