Verlag

Black Library

Verlag für Warhammer- und Warhammer 40K-Romane.

Black Library ist der Buchverlag von Games Workshop und veröffentlicht ausschließlich Romane, Kurzgeschichten und Hörbücher aus den Warhammer-Universen. Gegründet 1997, hat sich Black Library von einem Nischen-Imprint für Tabletop-Begleitliteratur zu einem ernstzunehmenden SF-Verlag entwickelt, dessen Titel regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerliste erreichen.

Das Flaggschiff des Verlags ist die Horus-Heresy-Reihe, die mit Dan Abnetts Horus Rising (2006) begann und den Bruderkrieg erzählt, der das Warhammer-40.000-Universum zehn Jahrtausende vor der eigentlichen Spielhandlung prägte. Abnett hat über fünfzig Black-Library-Romane geschrieben, darunter die Gaunt's-Ghosts-Reihe und die Eisenhorn-Trilogie. Aaron Dembski-Bowden, Graham McNeill und Chris Wraight gehören ebenfalls zu den tragenden Autoren.

Black Library bedient ein Publikum, das Military SF, düstere Space Opera und grimdark Fantasy mag. Die Bücher sind für Leser zugänglich, die noch nie eine Miniatur bemalt haben, profitieren aber von der tiefen Lore, die Games Workshop über Jahrzehnte aufgebaut hat. Hörbücher mit aufwändiger Produktion (Soundeffekte, Vollbesetzung) machen einen wachsenden Teil des Programms aus.

Dan Abnetts Eisenhorn-Trilogie (Xenos, Malleus, Hereticus) ist das überzeugendste Argument dafür, dass aus dem Warhammer-40K-Universum echte Literatur entstehen kann. Eisenhorn ist ein Inquisifor, eine Art Detektiv mit quasi-göttlicher Vollmacht, der sich im Laufe der drei Bände in eine moralisch immer dunklere Zone bewegt. Abnett schreibt das mit der Erzählökonomie eines guten Thrillers und dem Worldbuilding eines Science-Fiction-Romans, der seinen eigenen Regeln vertraut. Wer grimdark Space Opera mag, findet hier einen Einstiegspunkt, der kein Vorwissen über Warhammer voraussetzt.

Für das Warhammer-Universum selbst ist Black Library essentiell, weil es die Tiefe des Lore aufschreibt, die Tabletop-Regelwerke nie vollständig fassen können. Die Horus-Heresy-Reihe, die mit über fünfzig Bänden die Vorgeschichte des Imperators und den Fall des Horus erzählt, ist das ambitionierteste Shared-Universe-Projekt der britischen Genreliteratur. Konzeption und Qualität variieren zwischen den Bänden erheblich, aber an Maßstab und Kohärenz über Jahrzehnte und Dutzende von Autoren hinweg ist es bemerkenswert.

Black Library zeigt auch, dass Lizenzliteratur keine zweite Wahl sein muss. Der Verlag hat Autoren wie Aaron Dembski-Bowden hervorgebracht, dessen Arbeit an Night Lords und Horus Heresy zu den dunkelsten und literarisch reifsten Texten des Grimdark-Genres gehört. Leserinnen und Leser, die bisher nur klassische SF kannten, finden über Black Library einen Einstieg in eine Erzählwelt, die in ihrer Düsterkeit und Komplexität wenig Vergleichbares hat.

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Black Library. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/black-library/ (abgerufen am 17.06.2026).