Blazar
Aktiver Galaxienkern, dessen Materiestrahl direkt auf die Erde zeigt, was ihn extrem hell erscheinen lässt.
Ein Blazar ist eine besonders extreme Variante eines aktiven Galaxienkerns (AGN). Wie bei Quasaren treibt ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie die gewaltige Energieproduktion an, indem es einfallende Materie in einer heißen Scheibe verschlingt und dabei zwei gebündelte Materiestrahlen, sogenannte Jets, senkrecht zur Scheibe ins All schießt. Der entscheidende Punkt beim Blazar: Einer dieser Jets zeigt fast genau in Richtung Erde, sodass wir gewissermaßen direkt in die Mündung der kosmischen Kanone blicken.
Nach dem vereinheitlichten Modell der aktiven Galaxienkerne sind Quasar, Radiogalaxie und Blazar im Grunde dasselbe Objekt, nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Beim Blazar erscheint die Strahlung durch relativistische Bündelung enorm verstärkt, weil sich das ausstrahlende Plasma mit nahezu Lichtgeschwindigkeit auf uns zubewegt. Dadurch kann die Helligkeit innerhalb von Stunden oder Tagen um Größenordnungen schwanken, und Blazare gehören zu den energiereichsten Dauerquellen des Universums, mit Strahlung vom Radiobereich bis zur hochenergetischen Gammastrahlung.
Einen Meilenstein lieferte 2017 das IceCube-Observatorium am Südpol, das erstmals ein hochenergetisches Neutrino einem bestimmten Blazar zuordnen konnte, dem Objekt TXS 0506+056. Dieser Fund verband Licht und Teilchen aus derselben Quelle und gilt als Geburtsstunde der echten Multi-Messenger-Astronomie.
Für die Science-Fiction bieten Blazare dramatisches Potenzial als kosmische Bedrohung. Ein relativistischer Jet, der zufällig auf ein bewohntes System gerichtet wäre, würde mit seiner Strahlung alles Leben auf den getroffenen Planeten auslöschen, eine Naturgewalt von galaktischem Ausmaß, gegen die keine Zivilisation eine Verteidigung hätte.
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