Konzept

Cli-Fi

Climate Fiction, Science Fiction über den Klimawandel.

Cli-Fi (Climate Fiction) ist das jüngste SF-Subgenre und behandelt die Folgen des Klimawandels. Der Begriff wurde um 2013 populär, als Journalisten und Akademiker erkannten, dass eine wachsende Zahl von Romanen den Klimawandel nicht als Hintergrund, sondern als zentrales Thema behandelt.

Kim Stanley Robinson ist der wichtigste Cli-Fi-Autor. New York 2140 (2017) zeigt Manhattan als teilweise überflutete Stadt, in der die oberen Stockwerke zum wertvollsten Immobilienbesitz geworden sind. The Ministry for the Future (2020) entwirft einen realistischen Weg, wie die Menschheit den Klimawandel in den Griff bekommen könnte, und wurde von Barack Obama als eines seiner Lieblingsbücher des Jahres genannt.

Paolo Bacigalupi (The Water Knife, 2015) beschreibt einen amerikanischen Südwesten, in dem Staaten um Wasserrechte Krieg führen. Richard Powers (The Overstory, 2018, Pulitzer Prize) erzählt die Geschichte von Bäumen und den Menschen, die sie zu retten versuchen. Im deutschsprachigen Raum lieferte Theresa Hannig mit Parts Per Million (2024) den Beitrag zum Genre.

Cli-Fi unterscheidet sich von klassischer Post-Apokalypse dadurch, dass die Katastrophe kein plötzliches Ereignis ist, sondern ein schleichender Prozess, der bereits begonnen hat. Die besten Cli-Fi-Romane zeigen, dass die Zukunft nicht vorbestimmt ist: Entscheidungen von heute haben Konsequenzen für Generationen.

Der Begriff Climate Fiction oder Cli-Fi wurde von dem Journalisten Dan Bloom um 2009-2010 geprägt. Bloom beobachtete, dass eine wachsende Zahl von Romanen den Klimawandel nicht mehr als Hintergrundkulisse behandelte, sondern als eigentliches Thema. Er startete eine Website und Kampagne, um diese Bücher als eigenes Genre sichtbar zu machen. Der Begriff griff, wurde von akademischen Medien aufgegriffen und ist heute als Subgenre akzeptiert.

Margaret Atwood, die sich selbst nie als SF-Autorin bezeichnen wollte, hat mit ihrer MaddAddam-Trilogie (Oryx and Crake, The Year of the Flood, MaddAddam) eines der wichtigsten Cli-Fi-Werke geschrieben, auch wenn dort genetische Manipulation und pandemische Zerstörung im Vordergrund stehen. Atwoods Kategorieverweigerung ist selber ein interessantes Dokument: Sie nennt ihre Bücher 'speculative fiction', weil alles Beschriebene technisch möglich sei, was genau Cli-Fi-Logik ist.

Im deutschsprachigen Raum ist Cli-Fi noch unterentwickelt, obwohl der Klimawandel gesellschaftlich dominantes Thema ist. Das liegt zum Teil daran, dass deutsche SF historisch stärker auf Space Opera und Hard SF gesetzt hat. Die Gegenwartsliteratur hat das Thema aufgegriffen, aber oft ohne SF-Formsprache. Theresa Hannigs Parts Per Million (2024) ist ein Versuch, diese Lücke zu schließen.

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Cli-Fi. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/cli-fi-konzept/ (abgerufen am 17.06.2026).

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