Raumschiff

Colonial One

Colonial One ist das zivile Regierungsschiff aus Battlestar Galactica und Sitz von Präsidentin Laura Roslin nach dem Angriff der Cylons.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Battlestar Galactica.

Colonial One ist ein ziviles Raumschiff aus der Neuinterpretation von 'Battlestar Galactica' ab 2004. Vor dem Fall der Zwölf Kolonien ist es ein Transporter, auf dem Bildungsministerin Laura Roslin unterwegs ist. Nach dem Cylon-Angriff und dem Tod der politischen Führung wird Roslin gemäß Nachfolgeregelung Präsidentin. Aus einem zivilen Schiff wird der Regierungssitz der überlebenden Menschheit.

Die Bedeutung von Colonial One liegt im Kontrast zur Battlestar Galactica. Die Galactica verkörpert militärische Verteidigung, alte Panzerung und Kommando. Colonial One verkörpert zivile Legitimität, Verfassung, Wahlen, Presse und politische Debatte. Beide Schiffe müssen zusammenarbeiten, geraten aber immer wieder in Spannung. Adama kann kämpfen, Roslin muss regieren. Die Flotte braucht beides.

Colonial One ist äußerlich viel weniger imposant als ein Battlestar. Genau das macht es interessant. Demokratie und Zivilordnung hängen in der Serie nicht an Palästen, sondern an einem verwundbaren Schiff in einer Flüchtlingsflotte. Besprechungsräume, improvisierte Verwaltung, knappe Informationen und ständige Bedrohung prägen politische Entscheidungen. Der Staat ist nicht mehr Territorium, sondern Verfahren unter Fluchtbedingungen.

In vielen Episoden wird Colonial One zum Ort moralischer Konflikte: Wahlen, religiöse Fragen, militärische Befugnisse, Verteilung von Ressourcen, Umgang mit Gefangenen und die Frage, wie viel Recht im Ausnahmezustand erhalten bleiben kann. Roslins Präsidentschaft ist nicht makellos, aber sie hält die Idee ziviler Autorität gegen militärische Notwendigkeit offen.

Als Raumschiff zeigt Colonial One, dass Space Opera nicht nur von Waffenplattformen lebt. Ein kleines Regierungsschiff kann erzählerisch genauso wichtig sein wie ein Träger. Es trägt keinen großen Geschützturm, sondern den fragilen Anspruch, dass Menschen auch nach dem Ende ihrer Welt noch politisch bleiben.

Das Schiff macht Ausnahmezustand sichtbar. Eine Präsidentin ohne Planet, ein Kabinett ohne Hauptstadt und eine Flotte ohne Territorium müssen trotzdem Entscheidungen treffen. Colonial One ist Demokratie als Notbetrieb.

Das Schiff macht Ausnahmezustand sichtbar. Eine Präsidentin ohne Planet, ein Kabinett ohne Hauptstadt und eine Flotte ohne Territorium müssen trotzdem Entscheidungen treffen. Colonial One ist Demokratie als Notbetrieb.

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Colonial One. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/colonial-one/ (abgerufen am 17.06.2026).