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Cyteen

C. J. Cherryhs Cyteen ist ein Hugo-prämierter Alliance-Union-Roman über Klone, politische Macht, Psychogenese und Identität.

C. J. Cherryhs 'Cyteen' erschien 1988 und gewann 1989 den Hugo Award. Der Roman spielt im Alliance-Union-Universum und gehört zu Cherryhs komplexesten politischen Science-Fiction-Werken. Cyteen ist ein Planet und zugleich Machtzentrum der Union, einer Gesellschaft, die stark auf Klontechnologie, psychologische Konditionierung und staatlich-industrielle Planung setzt.

Im Zentrum steht Ariane Emory, eine geniale Wissenschaftlerin und politische Schlüsselfigur. Nach ihrem Tod wird eine Klonversion, Ariane Emory II, erschaffen und unter kontrollierten Bedingungen aufgezogen. Das Projekt soll nicht nur genetische Ähnlichkeit herstellen, sondern auch psychologische und soziale Bedingungen rekonstruieren, damit die neue Ari bestimmte Fähigkeiten und Machtpositionen wieder erreicht. Der Roman untersucht damit Identität als Zusammenspiel aus Genetik, Erziehung, Erinnerung und politischem Design.

Ein weiteres zentrales Element sind die azi, geklonte und konditionierte Menschen, die für bestimmte Aufgaben erzeugt werden. Cherryh behandelt sie nicht als bloße Hintergrundtechnik, sondern als ethisches und gesellschaftliches Zentrum der Union. Fragen nach Freiheit, Loyalität, Programmierung, Sexualität, Arbeit und Personstatus durchziehen den Roman. 'Cyteen' ist dadurch deutlich politischer und soziologischer als viele Klonstoffe.

Der Roman ist anspruchsvoll, weil er Macht nicht primär über Schlachten erzählt. Intrigen, Akten, psychologische Programme, Erziehungsmilieus und institutionelle Interessen treiben die Handlung. Cherryh schreibt eine Science Fiction, in der Verwaltung, Labor und Familie zu Machtinstrumenten werden. Das macht 'Cyteen' zu einem Schlüsseltext für biopolitische SF.

Für Leser, die Klonethik, Transhumanismus und politische Weltmodelle suchen, ist 'Cyteen' ein Schwergewicht. Es zeigt, dass eine Person nicht einfach kopiert werden kann, ohne dass eine Gesellschaft um diese Kopie herumgebaut wird. Identität ist hier kein privates Rätsel, sondern Staatsprojekt.

Ariane Emory II ist deshalb keine einfache Wiederholung. Sie lebt unter der Last, als Projekt, Nachfolgerin und Person zugleich betrachtet zu werden. Der Roman macht spürbar, wie grausam Erwartungen sein können, wenn sie wissenschaftlich begründet werden.

Ariane Emory II ist deshalb keine einfache Wiederholung. Sie lebt unter der Last, als Projekt, Nachfolgerin und Person zugleich betrachtet zu werden. Der Roman macht spürbar, wie grausam Erwartungen sein können, wenn sie wissenschaftlich begründet werden.

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Cyteen. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/cyteen/ (abgerufen am 06.06.2026).