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Detroit: Become Human (2018)

Interaktiver Film über Androiden, die Bewusstsein entwickeln.

Quantic Dream (David Cage) veröffentlichte 2018 einen interaktiven Film über drei Androiden im Detroit des Jahres 2038. Kara ist ein Haushaltsandroid, der die Misshandlung eines Kindes miterlebt und eine Entscheidung trifft. Connor ist ein Ermittler-Android, der Abweichler (Androiden mit eigenem Willen) aufspüren soll. Markus ist ein Pflege-Android, der nach traumatischen Erlebnissen zum Anführer einer Androiden-Befreiungsbewegung wird.

Die drei Handlungsstränge verflechten sich und führen je nach Spielerentscheidungen zu radikal verschiedenen Enden. Charaktere können sterben und bleiben dann tot für den Rest der Geschichte. Der Entscheidungsbaum am Ende jedes Kapitels zeigt, wie viele alternative Pfade es gegeben hätte. Manche Kapitel haben über 30 verschiedene Ausgänge.

Das Spiel trägt seine Metaphern dick auf: Androiden sitzen hinten im Bus, tragen Kennzeichnungen, werden in Lager getrieben. Die Bürgerrechtsbewegungsparallelen sind unübersehbar. Technisch war die Performance-Capture-Arbeit von Bryan Dechart (Connor), Valorie Curry (Kara) und Jesse Williams (Markus) für 2018 beeindruckend.

Detroit stellt die Blade-Runner-Frage interaktiv: Ab wann verdient eine Maschine Rechte? Wer das weiterlesen will, greift zu Do Androids Dream of Electric Sheep? (Dick), Klara and the Sun (Ishiguro) oder Machines Like Me (McEwan).

Das Spiel hat eine wichtige Designentscheidung getroffen, die es von anderen interaktiven Filmen unterscheidet: Die Konsequenzen sind permanent. Stirbt ein Charakter, bleibt er tot. Das erzeugt echten emotionalen Einsatz, weil die Entscheidungen nicht reversibel sind. Andere Quantic-Dream-Spiele hatten dieselbe Prämisse, aber Detroit nutzt sie am konsequentesten.

Die drei Hauptfiguren repräsentieren drei verschiedene Wege, auf Unterdrückung zu reagieren. Kara flieht und schützt ein Kind. Connor kooperiert mit dem System und stellt die Frage von innen. Markus führt eine Befreiungsbewegung an. Das Spiel lässt den Spieler entscheiden, welcher Weg zu einem besseren Ergebnis führt, ohne eine offensichtliche richtige Antwort zu geben. Das ist politisch mutiger, als es bei einem AAA-Produkt zu erwarten wäre.

Für Leser, die Detroit als Einstieg in die Frage nach KI-Rechten nutzen: Isaac Asimovs Foundation-Reihe und seine Roboter-Bücher entwickeln eine Gesellschaft, die dieselbe Frage über Jahrhunderte verhandelt. Lois McMaster Bujolds Vorkosigan-Saga behandelt Klone und ihre Rechte mit einer Ernsthaftigkeit, die Detroit in spielbarer Form andeutet. Beide Autoren zeigen, dass die Frage nach dem Status nicht-menschlicher Intelligenz keine einfache Antwort hat.

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Detroit: Become Human (2018). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/detroit-become-human/ (abgerufen am 17.06.2026).

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