Technologie

Drohne (Science Fiction)

Ferngesteuerte oder autonome Fluggeräte, die in der Science Fiction als Aufklärungsinstrumente, Waffen, Überwachungswerkzeuge und persönliche Begleiter auftreten.

In der Science Fiction umfasst der Begriff Drohne ein breites Spektrum: von kleinen fliegenden Kameras über bewaffnete Kampfdrohnen bis hin zu intelligenten Begleitern mit eigener Persönlichkeit. Die Culture-Romane von Iain M. Banks enthalten einige der denkwürdigsten Drohnen der Literatur, darunter Skaffen-Amtiskaw und Flere-Imsaho, die als eigenständige Charaktere agieren und oft klüger und witziger sind als die menschlichen Protagonisten.

In der militärischen Science Fiction dominieren Kampfdrohnen. Daniel Suarez' Kill Decision (2012) beschreibt autonome Kampfdrohnen, die Schwarmverhalten von Ameisen imitieren. In der Terminator-Reihe setzt Skynet Hunter-Killer-Drohnen zur Jagd auf die menschlichen Überlebenden ein. Die Star-Wars-Filme zeigen Aufklärungsdrohnen (Probot auf Hoth), Kampfdrohnen (Vulture Droid) und Folterdrohnen.

Die Überwachungsdrohne ist ein Standardmotiv der dystopischen SF. George Orwells Teleschirme in 1984 (1949) waren konzeptionell Vorläufer, auch wenn sie nicht fliegen. Dave Eggers' The Circle (2013) und die Black-Mirror-Episode Hated in the Nation (2016) zeigen Drohnenschwärme als Werkzeug totaler Überwachung.

Die reale Entwicklung hat die Science Fiction teilweise eingeholt. Militärische Drohnen wie die MQ-9 Reaper sind im Kampfeinsatz, kommerzielle Lieferdrohnen werden getestet, und die ethische Debatte um autonome Waffensysteme spiegelt exakt die Fragen wider, die die Science Fiction seit Jahrzehnten stellt.

Das Spektrum der Drohne ist in der SF bewusst breit angelegt. Banks' Culture-Drohnen sind keine Waffen, sondern Persönlichkeiten mit eigenen Überzeugungen und Eigenschaften, die manchmal klüger und moralisch aufrechter sind als die Menschen um sie herum. Das ist eine bewusste Umkehrung des üblichen Drohnen-Narrativs: Nicht das Werkzeug, das Schaden anrichtet, sondern der Begleiter, der berät. Diese Bandbreite, vom Killer-Schwarm bis zum philosophierenden Begleiter, zeigt, wie vielseitig das Konzept narrativ nutzbar ist.

Real ist die Drohne in den letzten Jahren so ubiquitär geworden, dass der Begriff bereits gespalten ist: Konsumerdrohnen für Luftaufnahmen, militärische Kampfdrohnen, Lieferdrohnen und autonome Unterwasserdrohnen sind so verschieden, dass sie kaum unter einem Begriff zusammenpassen. Der Ukraine-Krieg hat den Einsatz kleiner kommerzieller Drohnen als Kriegswaffe normalisiert und die SF-Vorstellungen von Killer-Schwärmen in einen realen Horizont gerückt, der näher ist, als die meisten Militärplaner vor zehn Jahren angenommen hätten.