Eta-Aquariiden
Die Eta-Aquariiden sind ein Meteorstrom, der jedes Jahr im Mai aus den Staubresten des Halleyschen Kometen entsteht. Ihr Maximum liegt um den 5. Mai und ist vor allem auf der Südhalbkugel ein eindrucksvolles Schauspiel.
Die Eta-Aquariiden gehören zu den bekannteren jährlichen Meteorströmen und sind direkt mit dem berühmtesten Kometen überhaupt verbunden: dem Halleyschen Kometen, offiziell 1P/Halley. Bei jeder seiner Sonnenpassagen verliert der Komet Staub und kleine Bröckchen, die sich entlang seiner Bahn verteilen. Wenn die Erde im Frühjahr durch diese Trümmerspur fliegt, verglühen die winzigen Partikel in der Hochatmosphäre und erzeugen die hellen Leuchtspuren, die wir als Sternschnuppen sehen. Der Name leitet sich vom Sternbild Wassermann (Aquarius) ab, genauer von der Region nahe dem Stern Eta Aquarii, aus der die Meteore scheinbar ausstrahlen.
Der Strom ist von etwa Mitte April bis Ende Mai aktiv, mit einem breiten Maximum um den 5. Mai herum. Anders als manche andere Ströme hat er keinen scharfen Höhepunkt, sondern gute Raten über etwa eine Woche. Unter idealen Bedingungen, vor allem auf der Südhalbkugel, lassen sich zur besten Zeit grob fünfzig Meteore pro Stunde beobachten. Von nördlichen Breiten aus steht der Radiant, der scheinbare Ursprungspunkt, jedoch tief am Horizont, sodass dort meist nur rund zehn Meteore pro Stunde zu sehen sind. Beste Beobachtungszeit sind die Stunden vor der Morgendämmerung.
Besonders schön ist, dass der Halleysche Komet gleich zwei Meteorströme speist. Im Mai erzeugt sein Staub die Eta-Aquariiden, im Oktober die Orioniden. Auf diese Weise begegnen wir dem Kometen, der selbst nur etwa alle 76 Jahre ins innere Sonnensystem zurückkehrt, jedes Jahr gleich zweimal in Form seiner Hinterlassenschaften. Der Komet wird erst Mitte des Jahrhunderts wieder mit bloßem Auge sichtbar sein, doch seine Staubspur durchquert die Erde verlässlich Jahr für Jahr.
In der Science-Fiction sind Meteorströme ein dankbares Motiv, das oft als Bedrohung oder als atmosphärische Kulisse dient. Arthur C. Clarke spielte in mehreren Geschichten mit der Vorstellung von Kometen und ihren Trümmerwolken, und in der katastrophenorientierten SF werden Kometenströme gern zur Gefahr für Raumstationen oder Schiffe hochgerechnet. Realistischer betrachtet sind die Partikel der Eta-Aquariiden allerdings winzig, oft kleiner als Sandkörner, und für die Erde völlig harmlos.
Gerade dieser Kontrast macht das Phänomen reizvoll: Was am Himmel als spektakuläres Feuerwerk erscheint, sind in Wahrheit Staubkörnchen, die mit enormer Geschwindigkeit in die Atmosphäre rasen. Die Eta-Aquariiden verbinden so einen uralten Kometen mit einem jährlich wiederkehrenden Naturschauspiel und erinnern daran, dass das Sonnensystem voller alter Spuren ist, die wir nur bei der richtigen Geometrie zu Gesicht bekommen.
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