Exoskelett
Am Körper getragenes Robotersystem, das die Kraft, Ausdauer oder Beweglichkeit des Trägers verstärkt.
Ein Exoskelett (von griechisch exo, außen, und skeletos, Gerippe) ist eine am Körper getragene Stützstruktur mit Aktuatoren, die die Bewegungen des Trägers unterstützt oder verstärkt. Servomotoren an den Gelenken reagieren auf die Bewegungsabsichten des Nutzers und addieren mechanische Kraft.
Anwendungsbereiche sind vielfältig: In der Medizin ermöglichen Exoskelette querschnittsgelähmten Patienten das Gehen in der Rehabilitation. In der Industrie reduzieren passive Exoskelette (ohne Motor, mit Federmechanismen) die Belastung bei Überkopfarbeit und schwerem Heben. Im Militär werden Exoskelette entwickelt, die Soldaten schwerere Lasten über längere Strecken tragen lassen.
2024 demonstrierten chinesische Forscher ein Zentaur-Exoskelett mit zusätzlichen mechanischen Beinen, das den Energieverbrauch des Trägers um 35 Prozent senkte und die Belastung der Fußsohlen um 52 Prozent reduzierte.
In der Science-Fiction sind Exoskelette ein Klassiker: Die Power Loader in Aliens (1986), die Mjolnir-Rüstung in der Halo-Reihe, Tony Starks Iron-Man-Anzug oder die Mobile Infantry in Robert A. Heinleins Starship Troopers (1959), wo der Begriff Power Armor geprägt wurde. Die reale Technologie ist von diesen Visionen noch weit entfernt, schließt aber stetig auf.
Gerade das Exoskelett verschiebt die Grenze dessen, was ein menschlicher Körper leisten kann, ohne ihn selbst zu verändern. Es hilft Gelähmten beim Gehen, schützt Arbeiter vor Überlastung und soll Soldaten schwerere Lasten tragen lassen, je nachdem, wer es einsetzt. Damit verkörpert es eine sanftere Form der menschlichen Verstärkung als ein Implantat, weil man es einfach ablegen kann. Die Science-Fiction hat das Bild der kraftverstärkenden Rüstung von Heinleins Power Armor bis zu Iron Man geprägt, und die reale Technik nähert sich diesen Vorbildern Jahr für Jahr ein Stück weiter an.
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