Was ist das längste SciFi-Buch?
Einzelromane, Serien und Universen im Umfangs-Vergleich.
Die Antwort hängt davon ab, ob man von Einzelromanen, Serien oder Franchise-Universen spricht.
Bei Einzelromanen führt Peter F. Hamiltons The Reality Dysfunction (1996) mit über 1.200 Seiten in der ungekürzten Ausgabe. Neal Stephensons Anathem (2008) kommt auf rund 1.000 Seiten. Vernor Vinges A Fire Upon the Deep und Hamiltons weitere Night's-Dawn-Bände sind ähnlich umfangreich. Autoren wie Hamilton, Stephenson und Tad Williams schreiben regelmäßig Bücher, die als Einzelband in anderen Genres als unangemessen lang gelten würden.
Bei Trilogien und Reihen wird es imposanter: Hamiltons Night's-Dawn-Trilogie umfasst zusammen über 3.500 Seiten. David Webers Honor-Harrington-Reihe erstreckt sich über 20 Hauptbände und etliche Begleitromane, insgesamt über 10.000 Seiten Military-Space-Opera. Lois McMaster Bujolds Vorkosigan-Saga hat 17 Romane und diverse Kurzgeschichten.
Franchise-Universen sprengen jede individuelle Zählung: Warhammer 40K hat über 500 Romane bei Black Library. Das Star-Wars-Legends-Universum umfasst über 350 Romane. Star Trek hat über 850 Romane produziert. Perry Rhodan, die deutsche Heftromanserie, ist mit über 3.200 Heften (je ~60 Seiten) die längste SF-Erzählung der Welt.
Jenseits des traditionellen Verlagswesens existiert The Wandering Inn von pirateaba (Pseudonym), eine Webnovel mit über 12 Millionen Wörtern, die noch immer fortgesetzt wird. Das entspricht dem 30-fachen Umfang von Herr der Ringe.
Die Frage nach dem längsten Buch hat eine philosophische Dimension. Perry Rhodan erscheint seit 1961 wöchentlich, mit wechselnden Autoren, einem kontinuierlichen Exposé-Autor und einem Autorenteam, das Figuren und Handlungslinien über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt. Das ist weniger ein Buch als eine Institution, die sich selbst am Leben erhält. Kein einzelner Mensch hat das Universum vollständig erschaffen.
Die Länge allein sagt nichts über die Qualität. Hamiltons Realms of the Dawn-Trilogie ist für ihr umfangreiches Worldbuilding bekannt, aber auch dafür, dass Lektoren und Leser gleichermaßen empfehlen, den Bleistift zu nehmen und Seiten zu überspringen. Neal Stephensons Romane sind legendär dicht, aber Anathem setzt voraus, dass man bereit ist, 200 Seiten Philosophie-Dialog zu lesen, bevor die eigentliche Handlung beginnt.
Für Leser, die langen Serien mutig gegenüberstehen: Isaac Asimovs Foundation-Zyklus mit seinen sieben Romanen ist mit etwa 1.500 Seiten moderat. Brandon Sandersons Stormlight Archive (geplant auf zehn Bände, von denen fünf erschienen sind) ist mit jedem einzelnen Band umfangreicher als die meisten Romane und zeigt, wohin moderne Epic-Fantasy-SF tendiert.
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Was ist das längste SciFi-Buch?. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/laengstes-scifi-buch/ (abgerufen am 17.06.2026).