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Last and First Men

Olaf Stapledons kosmische Chronik erzählt zwei Milliarden Jahre Menschheitsgeschichte und achtzehn menschliche Spezies.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Last and First Men.

Olaf Stapledons 'Last and First Men' erschien 1930. Der Text ist eine Zukunftschronik über rund zwei Milliarden Jahre und sprengt die Form des üblichen Romans. Er beschreibt achtzehn menschliche Spezies, wiederholte Aufstiege und Zusammenbrüche, planetare Krisen, Migrationen und geistige Transformationen. Die einzelne Figur tritt fast vollständig hinter Menschheitsformen zurück.

Stapledon schreibt aus einer fernen Perspektive, als würde eine spätere Intelligenz die Geschichte ihrer Vorgänger überblicken. Die Menschheit verändert Körper, Gesellschaft und Bewusstsein. Sie besiedelt andere Welten, scheitert an Kriegen, Naturkräften und inneren Begrenzungen. Der Mensch der Gegenwart ist im Buch nur die erste, rohe Variante einer langen und fragilen Reihe.

Der Einfluss auf spätere kosmische SF ist enorm. Arthur C. Clarke, Brian Aldiss, C. S. Lewis und viele Zukunftschroniken stehen in einer Traditionslinie mit Stapledons Maßstab. Ideen wie posthumane Arten, planetare Langzeitgeschichte, kollektive Bewusstseine und kosmische Melancholie erscheinen hier früh und mit philosophischem Ernst.

'Last and First Men' kann trocken wirken, weil es kaum klassische Szenen bietet. Seine Kraft liegt in der Perspektive. Stapledon macht die Menschheit selbst zur Figur und entzieht dem Gegenwartsmenschen jede Endgültigkeit. Der Roman ist ein Gedankenmonument darüber, dass Zivilisationen, Körperformen und Werte historisch sind, selbst wenn sie sich zeitlos anfühlen.

Stapledons Zukunft verläuft zyklisch, brüchig und oft tragisch. Immer wieder entstehen hohe Kulturen, nur um an Krieg, Erschöpfung, kosmischen Ereignissen oder innerer Begrenzung zu scheitern. Diese Wiederholung erzeugt eine tiefe Melancholie. Fortschritt erscheint möglich, aber dauerhaft gefährdet. Auch geistig überlegene Menschheiten bleiben verwundbar.

Formal ist das Buch näher an Geschichtsphilosophie als an Szene-für-Szene-Erzählung. Gerade deshalb war es für spätere SF so fruchtbar. Es erlaubte, Menschheit als Material großer Zeiträume zu denken. Ohne Stapledon wären viele spätere Spekulationen über galaktische Zivilisationen, Posthumanismus und kosmische Evolution schwerer vorstellbar.

Bemerkenswert ist zudem die frühe planetare Perspektive. Erde, Venus und Neptun werden zu Lebensräumen unterschiedlicher Menschheitsphasen. Astronomie wird zur Bühne einer spekulativen Anthropologie.

Der Ton erinnert eher an Geschichtsschreibung aus einer unvorstellbaren Zukunft als an unmittelbares Erzählen. Stapledon verlangt Geduld, belohnt sie aber mit einer Perspektive, die viele spätere Evolutions- und Posthumanismusgeschichten vorbereitet. Menschheit wird zur veränderlichen Form, nicht zur festen Norm.

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Last and First Men. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/last-and-first-men-spieler-lesen/ (abgerufen am 07.06.2026).