Technologie

Nanobot

Mikroskopisch kleine Maschine im Nanometerbereich, die im Körper oder in der Umwelt eigenständig Aufgaben ausführt.

Ein Nanobot (auch Nanoroboter) ist eine Maschine, die so klein ist, dass sie sich durch Blutgefäße bewegen, in Zellen eindringen oder Materialien auf atomarer Ebene manipulieren kann. Die Idee geht auf Richard Feynmans Vortrag "There's Plenty of Room at the Bottom" (1959) zurück und wurde durch K. Eric Drexlers Engines of Creation (1986) populär.

Die aktuelle Forschung arbeitet an DNA-Origami-Nanostrukturen, die Medikamente gezielt zu Tumorzellen transportieren. 2024 haben Forscher der ETH Zürich Nanoroboter vorgestellt, die sich autonom durch Blutgefäße bewegen und Blutgerinnsel auflösen können. Von den voll programmierbaren, selbstreplizierenden Nanobots der Science-Fiction ist die Realität noch weit entfernt, aber die Grundlagenforschung liefert Jahr für Jahr neue Durchbrüche.

In Michael Crichtons Beute (2002) werden Nanobot-Schwärme freigesetzt, die sich unkontrolliert vermehren und ein eigenes Jagdverhalten entwickeln. Die Borg in Star Trek nutzen Nanoproben, die organisches Gewebe assimilieren und Individuen in das Kollektiv integrieren. Neal Stephensons The Diamond Age (1995) zeigt eine Welt, in der Nanotechnologie allgegenwärtig ist und Materie auf Knopfdruck zusammengesetzt wird.

Gerade der Nanobot steht sinnbildlich für die Hoffnung, Krankheiten künftig von innen heraus zu heilen, Zelle für Zelle. Erste reale Erfolge wie Nanostrukturen, die Medikamente gezielt zu Tumoren bringen oder Blutgerinnsel auflösen, zeigen, dass die Richtung stimmt, auch wenn die voll programmierbaren Maschinen der Romane noch fern sind. Zugleich trägt das Motiv eine dunkle Seite, denn ein außer Kontrolle geratener Schwarm gehört zu den klassischen Albträumen des Genres. Der Nanobot verkörpert damit die ganze Ambivalenz der Miniaturisierung, vom unsichtbaren Heiler bis zur unaufhaltsamen Bedrohung.