Verfilmung

Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984)

Hayao Miyazakis wegweisender Anime über eine Prinzessin, die in einer postapokalyptischen Welt zwischen Menschheit und toxischem Dschungel vermittelt.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Nausicaä aus dem Tal der Winde.

Nausicaä aus dem Tal der Winde war der Film, der Studio Ghibli ermöglichte, und gilt als eines der einflussreichsten Werke des animierten Films. Produziert wurde er 1984 vom Studio Topcraft, denn Studio Ghibli existierte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht: Erst der Erfolg des Films führte 1985 zur Gründung des Studios durch Hayao Miyazaki, Isao Takahata und Toshio Suzuki. Miyazaki adaptierte seinen eigenen, im Magazin Animage fortlaufend erschienenen Manga und erzählt die Geschichte einer jungen Prinzessin in einer Welt, die tausend Jahre nach einem apokalyptischen Krieg von einem giftigen Dschungel, dem Meer der Fäulnis, überwuchert wird. Riesige Insekten, die Ohmu, bewachen den Dschungel.

Die Menschen leben in kleinen Königreichen und kämpfen ums Überleben, während zwei rivalisierende Imperien einen Krieg führen, der den Planeten endgültig zerstören könnte. Nausicaä fliegt auf einem selbstgebauten Gleiter über den Dschungel und entdeckt, dass das Meer der Fäulnis nicht die Erde vergiftet. Es reinigt sie: Der Wald filtert die Giftstoffe aus dem Boden und verwandelt sie in saubere Erde. Die Bedrohung, die die Menschheit zu vernichten droht, ist in Wahrheit ihr Heilungsprozess.

Miyazakis ökologische Botschaft war 1984 ihrer Zeit voraus und ist heute aktueller denn je. Nausicaä ist keine konventionelle Heldin: Sie kämpft, bevorzugt aber Diplomatie. Sie ist mutig, aber auch verletzlich. Sie versteht, dass die Ohmu und der Dschungel keine Feinde sind. Sie sind Teile eines Ökosystems, das die Menschheit selbst zerstört hat.

Der vollständige Manga, der bis 1994 fortgesetzt wurde, geht weit über den Film hinaus, der nur die ersten Kapitel adaptiert. Im späteren Manga tauchen ein wiedererwecktes biotechnisches Superwaffenwesen und ein zweites, totalitäres Kaiserreich auf, und die Geschichte verweigert sich zunehmend einfachen moralischen Lösungen. Dadurch wird der Manga als Miyazakis erzählerisches Magnum Opus betrachtet, komplexer und dunkler als jede seiner späteren Regiearbeiten. Für den Soundtrack begann Miyazaki hier seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Joe Hisaishi, der praktisch jeden späteren Ghibli-Film musikalisch prägen sollte. Nausicaä hat das Bild der weiblichen Protagonistin im Anime grundlegend verändert und den Weg für Figuren wie Prinzessin Mononoke geebnet.

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Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/nausicaa/ (abgerufen am 24.08.2026).