Potenziell gefährlicher Asteroid
Ein potenziell gefährlicher Asteroid (PHA) kommt der Erdbahn nahe und ist groß genug für regionale Schäden. Etwa 2.400 sind bekannt, keiner bedroht die Erde akut.
Ein potenziell gefährlicher Asteroid, im Englischen Potentially Hazardous Asteroid oder PHA, ist eine offizielle Kategorie der Asteroidenüberwachung. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein: Der minimale Bahnabstand zur Erdbahn liegt unter 0,05 Astronomischen Einheiten, also rund 7,5 Millionen Kilometern, und der Durchmesser beträgt mehr als etwa 140 Meter. Ein Objekt dieser Größe könnte beim Einschlag eine ganze Region verwüsten.
Wichtig ist, dass die Einstufung als PHA keine konkrete Gefahr bedeutet. Sie besagt nur, dass ein Objekt groß genug ist und der Erdbahn nahe genug kommt, um grundsätzlich überwachungswürdig zu sein. Derzeit sind rund 2.400 PHAs bekannt, und für keinen von ihnen wird in den kommenden Jahrzehnten ein Einschlag erwartet. Apophis war zeitweise das prominenteste Beispiel, bis Radarmessungen jede Gefahr für mindestens hundert Jahre ausschlossen.
Die Größenschwelle von 140 Metern hat einen Grund: Darunter verglüht ein Objekt meist teilweise oder richtet nur lokalen Schaden an, darüber drohen regionale Verwüstungen. Der US-Kongress beauftragte die NASA daher mit dem George E. Brown Jr. Near-Earth Object Survey Act von 2005, mindestens 90 Prozent aller erdnahen Objekte ab 140 Metern aufzuspüren. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht, weshalb das geplante Infrarot-Weltraumteleskop NEO Surveyor die Suche beschleunigen soll. Skalen wie die Turiner und die Palermo-Skala drücken das Risiko einzelner Objekte in vergleichbaren Werten aus.
Die Überwachung übernehmen Programme wie das Center for Near Earth Object Studies der NASA, die ESA-Datenbank und das International Asteroid Warning Network. Sie berechnen Bahnen, schätzen Einschlagwahrscheinlichkeiten und führen Risikolisten wie die Sentry-Tabelle, aus der Objekte gestrichen werden, sobald genauere Messungen Entwarnung geben.
In der Science-Fiction ist der potenziell gefährliche Asteroid der Inbegriff der kosmischen Bedrohung. Vom realen Begriff bis zu den Katastrophenfilmen Deep Impact und Armageddon spannt sich ein Bogen, der die nüchterne Statistik der Überwachung in dramatische Geschichten übersetzt. Gerade die Kombination aus echter Beobachtung und der Möglichkeit, durch frühzeitige Ablenkung einzugreifen, macht das Thema erzählerisch so reizvoll.
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