Technologie

Photonischer Computer

Computer, der Lichtteilchen (Photonen) statt elektrischer Signale zur Datenverarbeitung nutzt.

Ein photonischer (oder optischer) Computer verarbeitet Informationen mit Lichtteilchen statt mit elektrischen Impulsen. Photonen bieten theoretisch erhebliche Vorteile: Sie bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit, erzeugen weniger Abwärme und ermöglichen eine höhere Bandbreite als elektronische Signale.

Die Grundidee existiert seit den 1960er-Jahren, doch die praktische Umsetzung scheiterte lange an fehlenden optischen Transistoren und Speicherzellen. 2024 entwickelte ein internationales Team neuartige photonische Speicherzellen für In-Memory-Computing, die einen wichtigen Durchbruch darstellen. In Taiwan gelang es Forschern, mit einem einzigen Photon einen funktionsfähigen optischen Quantencomputer zu bauen, der Primzahlzerlegung beherrscht.

Photonische Chips werden bereits in der Telekommunikation eingesetzt (optische Signalverarbeitung, Glasfasernetze). Für die allgemeine Datenverarbeitung fehlen aber noch Schlüsselkomponenten: optische Logikgatter, die kompakt und effizient genug für komplexe Schaltungen sind.

In der Science-Fiction sind lichtbasierte Computer ein verbreitetes Konzept. Die Culture-Serie von Iain M. Banks beschreibt hochentwickelte KI-Systeme, deren Rechenkerne auf photonischen Prinzipien basieren könnten.

Gerade die Idee, mit Licht statt mit Strom zu rechnen, fasziniert seit Jahrzehnten, weil Photonen schnell, heißarm und breitbandig sind. Lange scheiterte sie an fehlenden optischen Bauteilen, doch jüngste Fortschritte bei photonischen Speicherzellen und lichtbasierten Quantenrechnern lassen das Feld neu aufleben. Schon heute trägt die Photonik die weltweite Datenübertragung durch Glasfasern, und der nächste Schritt wäre, das Licht auch das eigentliche Rechnen übernehmen zu lassen. In der Science-Fiction sind lichtschnelle Rechenkerne ein vertrautes Bild für die Computer ferner, hochentwickelter Zivilisationen.