Protostern
Ein Stern in der Entstehungsphase, der sich aus einer kollabierenden Gaswolke zusammenzieht, aber noch keine Kernfusion gezündet hat.
Ein Protostern ist das Vorstadium eines Sterns: eine dichte Ansammlung von Gas und Staub, die unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert, aber im Kern noch nicht heiß und dicht genug ist, um Wasserstoff zu Helium zu fusionieren. Die Protosternphase beginnt, wenn ein Fragment einer Molekülwolke gravitativ instabil wird (das sogenannte Jeans-Kriterium), und dauert typischerweise einige hunderttausend bis wenige Millionen Jahre.
Der Kollaps einer Molekülwolke kann durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden: die Druckwelle einer nahen Supernova, die Gezeitenkräfte einer vorbeiziehenden Galaxie oder einfach durch Dichtefluktuationen innerhalb der Wolke. Während des Kollapses heizt sich das Material im Zentrum auf, und der Protostern beginnt im Infrarotlicht zu leuchten. Er ist von einer rotierenden Scheibe aus Gas und Staub umgeben (einer protoplanetaren Scheibe), aus der sich später Planeten bilden können.
Protosterne durchlaufen verschiedene Phasen, die als Klassen 0 bis III klassifiziert werden. In Klasse 0 ist der Protostern noch tief in seiner Geburtswolke verborgen und nur im Submillimeter-Bereich sichtbar. In Klasse III ist die Hülle weitgehend aufgelöst, und der junge Stern wird als T-Tauri-Stern sichtbar. Wenn die Kerntemperatur etwa 10 Millionen Kelvin erreicht, zündet die Wasserstofffusion, und der Stern tritt in die Hauptreihe ein.
Das James Webb Space Telescope hat seit 2022 spektakuläre Bilder von Protosternen in nahegelegenen Sternentstehungsgebieten wie dem Orion-Nebel und dem Schlangenträger-Komplex aufgenommen. In der Science-Fiction werden Protosterne gelegentlich als kosmische Brutstätten dargestellt, etwa in Gregory Benfords Galaktisches Zentrum-Saga.
Verwandte Begriffe