Sternentstehung
Der Prozess, bei dem Gaswolken im Weltraum unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren und neue Sterne bilden.
Sternentstehung ist der Prozess, durch den aus diffusen Gas- und Staubwolken im interstellaren Medium neue Sterne geboren werden. Das Rohmaterial sind riesige Molekülwolken, die hauptsächlich aus molekularem Wasserstoff (H₂) bestehen und Temperaturen von nur 10 bis 20 Kelvin haben. Die größten dieser Wolken, sogenannte Riesenmolekülwolken, können Hunderttausende Sonnenmassen umfassen und sich über Hunderte Lichtjahre erstrecken.
Der Beginn der Sternentstehung setzt voraus, dass ein Bereich der Wolke das Jeans-Kriterium erfüllt: Seine Eigengravitation muss den thermischen Druck und die Turbulenzen überwiegen. Auslöser können die Druckwelle einer nahen Supernova sein, die Spiralarme der Milchstraße (die Gas verdichten), oder Kollisionen zwischen Molekülwolken. Wenn der Kollaps beginnt, fragmentiert die Wolke in kleinere Klumpen, von denen jeder einen einzelnen Stern oder ein Mehrfachsternsystem bildet.
Die berühmtesten Sternentstehungsgebiete sind der Orion-Nebel (etwa 1.350 Lichtjahre entfernt), die Säulen der Schöpfung im Adlernebel und die Carina-Region. Hubble und das James Webb Space Telescope haben dort Protosterne in verschiedenen Entwicklungsstadien fotografiert, eingebettet in leuchtende Nebel, die vom UV-Licht bereits entstandener junger Sterne angeregt werden.
Sterne entstehen nicht einzeln: Die meisten bilden sich in Clustern von Dutzenden bis Tausenden Sternen. Unser Sonnensystem entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren in einer solchen Sternentstehungsregion, zusammen mit vermutlich mehreren hundert Geschwistersternen, die sich längst in der Milchstraße verteilt haben. In der Science-Fiction sind Sternentstehungsgebiete wegen ihrer visuellen Dramatik beliebte Schauplätze, etwa in Gregory Benfords Galaktisches Zentrum-Saga und in der Mass-Effect-Reihe.
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