Star Wars Outlaws (2024)
Erstes Open-World-Star-Wars-Spiel als Schmugglerin.
Ubisoft schuf 2024 mit Star Wars Outlaws das erste echte Open-World-Spiel im Star-Wars-Universum, entwickelt vom Studio Massive Entertainment. Die Hauptfigur Kay Vess ist eine Schmugglerin und Gaunerin, die sich zwischen den kriminellen Syndikaten, dem Imperium und der galaktischen Unterwelt durchschlägt, stets begleitet von ihrem kleinen tierischen Gefährten Nix.
Die Handlung spielt zwischen den Filmen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi, in jener Phase, in der das Imperium die Galaxis fest im Griff hat. Über mehrere Planeten hinweg erkundet die Spielerin offene Welten, reist mit Speeder und eigenem Raumschiff und muss ihren Ruf bei den verschiedenen Verbrecherorganisationen wie den Hutten oder dem Pyke-Syndikat managen. Statt Jedi und Lichtschwert zählen hier Blaster, Köpfchen und Verhandlungsgeschick.
Genau das macht den besonderen Reiz aus. Outlaws rückt Star Wars weg von der vertrauten Mitte aus Macht und Jedi und hin zu jener schmutzigen Unterwelt aus Schmugglern, Kopfgeldjägern und Cantinas, die viele Fans seit Han Solo lieben. Die Perspektive der kleinen Gauner, die im Schatten der großen Mächte ihr Glück suchen, ist im Spielebereich neu für die Marke.
Wer diese Seite von Star Wars liebt, liest danach Timothy Zahns Scoundrels, eine Gaunergeschichte rund um Han Solo, sowie dessen einflussreiche Thrawn-Trilogie, die das alte Erweiterte Universum prägte. Auch die diversen Han-Solo- und Kopfgeldjäger-Romane passen bestens zu dieser blasterlastigen, kriminellen Ecke der Galaxis.
Die Entscheidung, die Handlung zwischen Episode V und VI zu platzieren, ist klug. In dieser Phase gibt es keine Rebellion als hoffnungsvolle Kraft im Vordergrund, aber auch noch keinen Triumph. Das Imperium regiert, die Unterwelt floriert in den Lücken, die keine Armee schließt. Kay Vess ist kein Held mit Mission, sondern jemand, der einfach überleben will, was ihr erlaubt, sich durch ein Universum zu bewegen, das die Filmhelden nur am Rand kennen.
Das Rufsystem, das die Beziehungen zu den Syndikaten regelt, ist spielmechanisch der interessanteste Teil. Wer für das Hutten-Syndikat einen Auftrag erledigt, verliert Reputation bei einem anderen Kartell. Wer beim Imperium kooperiert, wird von Rebellen misstrauisch beäugt. Es gibt keine neutrale Position, und genau das entspricht der Logik einer Welt, in der jeder irgendjemandem etwas schuldet. Das Spiel macht aus diesem galaktischen Schuldensystem ein konkretes, täglich spürbares Gameplay-Element.
Für die Buchergänzung lohnt neben Scoundrels auch ein Blick auf A. C. Crispins Han-Solo-Trilogie (The Paradise Snare, The Hutt Gambit, Rebel Dawn), die im alten Erweiterten Universum Solos Werdegang vom Sklaven zum Schmuggler erzählt. Sie ist aus dem Kanon gefallen, aber keine andere Buchserie hat die Schattenwirtschaft der Star-Wars-Galaxis so gründlich kartiert.
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Star Wars Outlaws (2024). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/star-wars-outlaws/ (abgerufen am 17.06.2026).
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