Surviving Mars (2018)
Kolonie-Aufbau auf dem Mars: Überleben zwischen Staubstürmen und Versorgungsengpässen.
Haemimont Games (Tropico-Serie) veröffentlichte 2018 im Auftrag von Paradox Interactive eine Aufbausimulation, die Mars-Kolonisierung ernst nimmt. Spieler wählen eine Sponsornation, schicken Raketen mit Vorräten, bauen Domes, erzeugen Sauerstoff, gewinnen Wasser aus dem Untergrund und siedeln die ersten Kolonisten an. Jeder Dome wird zur eigenen kleinen Stadt mit Wohnraum, Fabriken, Farmen und sozialen Einrichtungen.
Die Herausforderungen sind realistisch modelliert: Staubstürme beschädigen Solarpanels, Kältewellen erhöhen den Energieverbrauch, Versorgungsengpässe erzeugen Panik. Kolonisten haben individuelle Eigenschaften (Workaholic, Loner, Gamer) und Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen, sonst sinkt die Moral. Das Mysterien-System fügt der Simulation eine narrative Ebene hinzu: unerklärliche Anomalien, außerirdische Signale oder KI-Rebellionen.
Die Green Planet-Erweiterung (2019) fügte Terraforming hinzu: Atmosphäre aufbauen, Temperatur erhöhen, Vegetation pflanzen, bis der Mars bewohnbar wird. Der Prozess dauert in Spielzeit Jahrzehnte und spiegelt die Visionen wider, die Kim Stanley Robinson in seiner Mars-Trilogie (Red Mars, Green Mars, Blue Mars) über Jahrhunderte beschreibt.
Wer Surviving Mars spielt, liest danach Red Mars (Robinson), The Martian (Weir) oder Artemis (Weir).
Die Mysterien-Erweiterungen (Below and Beyond, New Home) haben gezeigt, dass Haemimont/Abstraction das Setting in verschiedene Richtungen ausbauen wollte. Below and Beyond fügte Untergrundhöhlen und Raumstationen hinzu, New Home erlaubte es, Kolonie-Schiffe von der Erde zu empfangen. Das Basisspiel bleibt jedoch das Fundament.
Surviving Mars ist ein rares Beispiel dafür, dass eine Aufbausimulation ohne Kampf funktioniert. Die Feinde sind Natur, Ressourcenknappheit und menschliche Psychologie, nicht andere Spieler oder KI-Armeen. Diese Designentscheidung macht das Spiel zugänglicher für Spieler, die keine Echtzeit-Strategie mögen, aber an der Kolonialisierungsfantasie interessiert sind.
Kim Stanley Robinsons Red Mars (1992) beschreibt denselben Prozess, den Surviving Mars simuliert, auf dem Niveau eines 750-Seiten-Romans. Robinson hat sich jahrelang mit den technischen, politischen und ökologischen Details beschäftigt. Das Spiel komprimiert diese Details zu spielbaren Mechaniken, aber wer Red Mars liest, versteht, was hinter jedem Dome steckt.
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Surviving Mars (2018). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/surviving-mars/ (abgerufen am 17.06.2026).
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