Tachyonen
Hypothetische Teilchen, die sich immer schneller als das Licht bewegen. Die Physik sagt sie nicht vorher, die Science-Fiction nutzt sie trotzdem gern als Erklärung für überlichtschnelle Kommunikation.
Tachyonen sind hypothetische Teilchen, die sich stets schneller als Licht bewegen. Der Name kommt vom griechischen tachys (schnell). Das Konzept wurde 1962 von den Physikern E. C. George Sudarshan und Olexa-Myron Bilaniuk vorgeschlagen und 1967 von Gerald Feinberg in einer einflussreichen Arbeit weiter ausgearbeitet und benannt.
Die Eigenschaften eines Tachyons wären das genaue Spiegelbild normaler Materie: Während gewöhnliche Teilchen (Tardyonen) niemals auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können, könnten Tachyonen niemals auf Lichtgeschwindigkeit abgebremst werden. Je weniger Energie ein Tachyon besitzt, desto schneller bewegt es sich. Die Lichtgeschwindigkeit wäre für Tachyonen kein Limit, sondern eine Untergrenze. Mathematisch ergibt sich für Tachyonen eine imaginäre Ruhemasse, ein Hinweis darauf, dass sie in der Standardphysik keinen Platz haben.
Das größte Problem mit Tachyonen ist die Kausalität. Wenn Informationen schneller als Licht übertragen werden könnten, wäre nach der Speziellen Relativitätstheorie in bestimmten Bezugssystemen eine Nachrichtenübertragung in die Vergangenheit möglich (tachyonisches Antitelefon). Das würde Zeitparadoxien erzeugen, etwa das Großvaterparadoxon. Bisher gibt es keinen experimentellen Nachweis für die Existenz von Tachyonen, und die meisten Physiker halten sie für physikalisch unmöglich.
In der Science-Fiction sind Tachyonen ein beliebtes Werkzeug. In Star Trek nutzt die Sternenflotte Tachyonenscanner zur Erkennung getarnter Schiffe. Ursula K. Le Guins Ansible, ein Gerät für instantane interstellare Kommunikation, wird in einigen Adaptionen mit Tachyonen erklärt. Gregory Benfords Roman Timescape (1980) beschreibt Wissenschaftler, die Tachyonen-Botschaften in die Vergangenheit senden, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern.
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