Mysterium

Tunguska-Ereignis

Gewaltige Explosion über Sibirien im Jahr 1908, die 2000 Quadratkilometer Wald zerstörte und deren Ursache jahrzehntelang rätselhaft blieb.

Was ist Tunguska-Ereignis?

Gewaltige Explosion über Sibirien im Jahr 1908, die 2000 Quadratkilometer Wald zerstörte und deren Ursache jahrzehntelang rätselhaft blieb.

Am 30. Juni 1908 ereignete sich über dem Fluss Steinige Tunguska in Sibirien eine Explosion, die etwa 80 Millionen Bäume auf einer Fläche von 2.000 Quadratkilometern umknickte. Die Druckwelle war noch in 500 Kilometer Entfernung spürbar. Die Energie entsprach schätzungsweise 10-15 Megatonnen TNT, etwa tausend Mal stärker als die Hiroshima-Bombe.

Das Rätsel: Kein Krater wurde gefunden. Keine Fragmente eines Meteoriten. Die entlegene Lage in Sibirien verhinderte eine wissenschaftliche Untersuchung bis 1927, als Leonid Kuliks Expedition das Gebiet erreichte und die radiale Zerstörung dokumentierte.

Die heute akzeptierte Erklärung: Ein Asteroid oder Komet von etwa 50-80 Metern Durchmesser explodierte in 5-10 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche (ein sogenanntes Airburst-Ereignis). Der Himmelskörper verdampfte bei der Explosion vollständig, was das Fehlen von Fragmenten erklärt.

Für die Science Fiction war das Tunguska-Ereignis jahrzehntelang eine offene Einladung zur Spekulation. In Hellboy wird Tunguska durch einen Portaldurchbruch verursacht. In der TV-Serie The Secret World ist es ein paranormales Ereignis. Zahllose Romane und Filme haben außerirdische Raumschiffe, Antimaterie-Waffen oder Experimente mit exotischer Physik als Ursache vorgeschlagen.

Das Chelyabinsk-Ereignis von 2013, bei dem ein 20-Meter-Asteroid über Russland explodierte und über 1.500 Menschen verletzte, erinnerte daran, dass Tunguska keine einmalige Anomalie war, sondern ein Prozess, der sich wiederholen kann und wird. Planetary Defense, die Abwehr von Asteroiden, ist seitdem ein Thema, das von der Science Fiction in die reale Sicherheitspolitik gewandert ist.

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