USS Defiant (Star Trek)
Erstes reines Kriegsschiff der Sternenflotte, gebaut, um die Borg zu bekämpfen.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Star Trek: Deep Space Nine.
Die USS Defiant (NX-74205) brach mit einer jahrzehntelangen Star-Trek-Tradition: Die Sternenflotte baute keine Kriegsschiffe. Bis die Borg kamen. Nach der verheerenden Schlacht von Wolf 359, in der 39 Schiffe und 11.000 Menschen vernichtet wurden, begann die Sternenflotte heimlich das Defiant-Projekt: Ein kleines, wendiges, schwer bewaffnetes Schiff mit Tarnvorrichtung, eigentlich ein romulanisches Technologie-Geschenk.
Commander Sisko übernahm das Kommando, und die Defiant wurde zum Rückgrat der Verteidigung von Deep Space Nine im Dominion-Krieg. Das Schiff verkörpert einen Paradigmenwechsel in Star Trek: weg vom optimistischen Erkundungsideal, hin zur bitteren Erkenntnis, dass manchmal gekämpft werden muss. Die Defiant hat keinen Luxus, keine Familien an Bord, keine diplomatischen Lounges. Sie ist eine Faust in Schiffsform.
Technisch war die Defiant ein Bruch mit allem Bisherigen: ablative Panzerung, Puls-Phaserkanonen und Quantentorpedos auf engstem Raum, dazu eine geliehene romulanische Tarnvorrichtung, die laut Vertrag nur im Gamma-Quadranten gegen das Dominion eingesetzt werden durfte. Das Schiff galt als überbewaffnet und gefährlich, auf seinem ersten Testflug drohte es sich durch die eigenen übersteigerten Triebwerke fast selbst zu zerreißen. Im Dominion-Krieg führte die Defiant dann ganze Flottenoffensiven an und wurde zum Sinnbild dafür, dass selbst Star Treks hoffnungsvolle Zukunft ihre Ideale im Ernstfall mit Gewalt verteidigen muss.
Das Defiant-Design, entworfen von Jim Martin, war eine bewusste Abkehr von allem, was Star Trek visuell definiert hatte. Keine eleganten Kurven, keine weitgeschwungenen Gondeln, statt dessen ein stumpfer, gedrungener Rumpf, der eher an eine Faust erinnert als an ein Erkundungsschiff. Dieser ästhetische Bruch war Absicht: Das Schiff sollte im ersten Blick sagen, wofür es gebaut wurde.
Die Defiant wurde 2375 am Ende des Dominion-Kriegs zerstört, als Panzerschiff in der letzten Offensive. Sisko bekam wenig später die USS Sao Paulo, die vom Verteidigungsministerium offiziell in USS Defiant umbenannt wurde, eine seltene posthume Ehrung für ein Schiff im Trek-Universum. Der Name hatte Symbolkraft bekommen, die das Schiff selbst überdauerte.
Für die Seriendramaturgie war die Defiant das Scharnier, das Deep Space Nine von anderen Trek-Serien unterschied. Solange es kein eigenes Schiff gab, musste die Geschichte auf der Station stattfinden. Mit der Defiant konnte DS9 in die Galaxie ausgreifen, Konfrontationen suchen und gleichzeitig zeigen, dass die Sternenflotte kompromissbereiter war als ihre eigene Propaganda.
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USS Defiant (Star Trek). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/uss-defiant/ (abgerufen am 01.07.2026).
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