Astronomie

Venus

Erdnachbar mit 460 °C Oberflächentemperatur und Schwefelsäurewolken — in der frühen SF ein tropisches Paradies, heute ein Terraforming-Albtraum.

Was ist Venus?

Erdnachbar mit 460 °C Oberflächentemperatur und Schwefelsäurewolken — in der frühen SF ein tropisches Paradies, heute ein Terraforming-Albtraum.

Venus
NASA/JPL — Magellan-Radar-Mosaik der Venus, computersimulierte Globalansicht

Venus ist fast so groß wie die Erde, aber ihre Oberfläche ist eine Höllenlandschaft: 460 °C Temperatur, 90 Atmosphären Druck, Wolken aus Schwefelsäure. Bevor Radarmessungen und Sonden (Venera-Programm, ab 1961) die Wahrheit enthüllten, galt Venus in der Science Fiction als tropischer Dschungelplanet. Autoren wie Leigh Brackett, C. S. Lewis (Perelandra, 1943) und Ray Bradbury siedelten dort üppige Regenwälder und außerirdische Zivilisationen an.

Mit dem Wissen um die realen Bedingungen wandelte sich Venus vom Paradies zum extremsten Terraforming-Projekt der Literatur. Carl Sagan schlug 1961 als Erster wissenschaftlich vor, Algen in die Atmosphäre zu bringen, um CO₂ abzubauen. Pamela Sargent widmete der Venus-Terraformierung eine ganze Trilogie ab Venus of Dreams (1986). Kim Stanley Robinson beschreibt in 2312, wie Saturn-Eismonde auf Venus bombardiert werden, während ein Sonnenschild die Strahlung blockiert.

Kurt Vonnegut ließ in Die Sirenen des Titan Teile der Handlung auf Venus spielen. Ben Bova behandelt den Planeten in seiner Grand-Tour-Reihe. 2020 sorgte die mögliche Entdeckung von Phosphin in der Venus-Atmosphäre für Aufsehen — ein potenzielles Biosignal in den Wolkenschichten, wo die Bedingungen überraschend lebensfreundlich sind.