Technologie

Wasserstoffwirtschaft

Wirtschaftsmodell, das Wasserstoff als universellen Energieträger für Industrie, Transport und Stromerzeugung einsetzt.

Die Wasserstoffwirtschaft beschreibt ein Energiesystem, in dem Wasserstoff fossile Brennstoffe ersetzt. Wasserstoff verbrennt sauber (das einzige Nebenprodukt ist Wasser), lässt sich speichern und transportieren und kann Sektoren dekarbonisieren, die mit Batterien schwer zu elektrifizieren sind: Stahlproduktion, Schifffahrt, Langstreckenflüge, Schwerlasttransport.

Das entscheidende Problem ist die Herstellung. Grüner Wasserstoff (per Elektrolyse aus erneuerbarem Strom) macht 2025 weniger als 1 Prozent der globalen Produktion aus. 95 Prozent des Wasserstoffs kommen aus Erdgas (grauer Wasserstoff), wobei CO2 freigesetzt wird. Die EU hat mit dem REPowerEU-Plan 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff bis 2030 als Ziel gesetzt. Deutschland investiert über 9 Milliarden Euro in die Nationale Wasserstoffstrategie.

In der Science-Fiction spielt Wasserstoff als Fusionsbrennstoff eine größere Rolle als als chemischer Energieträger. Jules Vernes Die geheimnisvolle Insel (1874) enthält die berühmte Prophezeiung: Wasser werde eines Tages als Brennstoff dienen, weil seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff eine unerschöpfliche Energiequelle bilden.

Gerade die Wasserstoffwirtschaft zeigt, wie weit Vision und Wirklichkeit auseinanderliegen können. Sauber verbrennend und vielseitig speicherbar gilt Wasserstoff als idealer Energieträger für all jene Bereiche, die sich kaum mit Batterien betreiben lassen, von der Stahlindustrie bis zur Schifffahrt. Doch solange der allergrößte Teil aus Erdgas und damit unter Freisetzung von Kohlendioxid gewonnen wird, bleibt das Versprechen unvollständig. Schon Jules Verne träumte vom Wasser als Brennstoff der Zukunft, und dieser alte Traum wird erst dann eingelöst, wenn der Wasserstoff selbst wirklich grün erzeugt wird.