Raumfahrttechnik

Weltraumrecht

Das Regelwerk für den Weltraum: Vom Weltraumvertrag 1967 über die Haftungskonvention bis zu den Artemis Accords regelt internationales Recht, wem der Weltraum gehört und was dort erlaubt ist.

Weltraumrecht (Space Law) ist die Gesamtheit der internationalen Verträge, Abkommen und nationalen Gesetze, die menschliche Aktivitäten im Weltraum regulieren. Die Grundlage bildet der Weltraumvertrag (Outer Space Treaty) von 1967, der am 27. Januar 1967 zur Unterzeichnung aufgelegt wurde und am 10. Oktober 1967 in Kraft trat. Er verbietet die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum, erklärt den Weltraum zum Gemeingut der Menschheit und untersagt die nationale Aneignung von Himmelskörpern.

Weitere zentrale Abkommen sind das Weltraumrettungsabkommen (1968), die Weltraumhaftungskonvention (1972, regelt Schadensersatz bei Schäden durch Weltraumobjekte), das Registrierungsübereinkommen (1976) und der Mondvertrag (1979, der allerdings von keiner großen Raumfahrtnation ratifiziert wurde).

Die Artemis Accords, im Oktober 2020 von den USA initiiert, ergänzen den Weltraumvertrag mit Regeln für die Mondnutzung. Bis Januar 2026 haben 61 Staaten unterzeichnet. Die Accords fordern Transparenz, Interoperabilität, Weltraumschrott-Vermeidung und den Schutz historischer Mondlandestätten. Kritiker bemängeln, dass die Accords kein verbindliches Völkerrecht darstellen und keine Durchsetzungsmechanismen besitzen. China und Russland haben stattdessen die International Lunar Research Station (ILRS) als Gegenprojekt aufgebaut.

Eine zentrale offene Frage betrifft den Weltraumbergbau: Der US Commercial Space Launch Competitiveness Act von 2015 erlaubt US-Unternehmen, Ressourcen von Asteroiden und anderen Himmelskörpern zu besitzen, was manche Juristen als Verstoß gegen das Aneignungsverbot des Weltraumvertrags interpretieren. Luxembourg hat 2017 ein ähnliches Gesetz verabschiedet.

In der Science-Fiction spiegelt sich Weltraumrecht in vielen Werken wider. The Expanse zeigt einen Weltraum, in dem Erde, Mars und Gürtel um Ressourcen und politische Macht ringen, mit der UN als schwacher Ordnungsmacht. Iain Banks' Kultur-Romane beschreiben eine post-knappheitsgesellschaftliche Zivilisation, die galaktisches Recht durch ethische Einmischung (Contact, Special Circumstances) ersetzt. Arthur C. Clarkes 2001: Odyssee im Weltraum thematisiert die Frage, wem ein Artefakt auf dem Mond gehört.