12 Monkeys: Gibt es das Buch zum Film?

12 Monkeys gehört zu den großen Zeitreise-Filmen der 90er: ein Häftling aus der Zukunft, ein Virus, das die Menschheit fast ausgelöscht hat, und die Frage, ob sich das Vergangene überhaupt ändern lässt. Viele suchen nach dem Roman dahinter. Die Antwort ist ungewöhnlich: Die Vorlage ist gar kein Buch. Hier steht, worauf der Film wirklich basiert, welche Romanfassung es trotzdem gibt und was zur Serie gehört.

Die kurze Antwort

12 Monkeys (1995) basiert auf keinem Roman. Die Vorlage ist der französische Kurzfilm La Jetée (1962) von Chris Marker, der fast nur aus Standfotos besteht. Es gibt aber ein Buch zum Film: die Romanfassung von Elizabeth Hand, auf Deutsch 1996 bei Goldmann erschienen und heute nur noch antiquarisch erhältlich.

Die echte Vorlage: La Jetée (1962)

Wer die Wurzel von 12 Monkeys sucht, landet bei einem Experiment der Filmgeschichte. La Jetée von Chris Marker ist ein Kurzfilm aus dem Jahr 1962, der fast vollständig aus schwarzweißen Standfotos montiert ist, verbunden durch eine Erzählerstimme. Die Handlung liefert das komplette Gerüst des späteren Films: Nach einem Dritten Weltkrieg schicken Wissenschaftler einen Gefangenen durch die Zeit. Der Mann wird von einer Kindheitserinnerung verfolgt, einer Szene auf dem Aussichtssteg des Flughafens Orly, deren Bedeutung er erst am Ende versteht.

Terry Gilliam übernahm diese Struktur drei Jahrzehnte später für 12 Monkeys und baute daraus einen abendfüllenden Spielfilm um ein Virus, das die Menschheit beinahe auslöscht. La Jetée selbst gilt bis heute als Klassiker des Science-Fiction-Kinos.

Der Film von 1995

In 12 Monkeys wird der Häftling James Cole (Bruce Willis) aus einer verwüsteten Zukunft in die 90er Jahre zurückgeschickt. Er soll Informationen über den Ursprung eines Virus sammeln, das den Großteil der Menschheit getötet hat. In der Vergangenheit landet Cole zunächst in der Psychiatrie, wo er auf die Ärztin Kathryn Railly (Madeleine Stowe) und den unberechenbaren Jeffrey Goines (Brad Pitt) trifft. Je näher er der Wahrheit kommt, desto stärker verschwimmt für ihn die Grenze zwischen Auftrag und Wahn.

Der Film startete in Deutschland am 21. März 1996 im Kino. Brad Pitt erhielt für seine Rolle eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Bis heute gilt 12 Monkeys als einer der klügsten Zeitreise-Filme überhaupt, weil er sein Modell konsequent durchhält: Die Vergangenheit lässt sich beobachten, aber nicht umschreiben.

Das Buch zum Film: Die Romanfassung von Elizabeth Hand

Ein Buch zu 12 Monkeys existiert, nur eben in umgekehrter Richtung: Es entstand nach dem Film. Die US-Autorin Elizabeth Hand schrieb die offizielle Romanfassung zum Drehbuch. Auf Deutsch erschien sie 1996 als Taschenbuch bei Goldmann. Der Roman folgt der Filmhandlung und ist seit langem vergriffen, gebraucht ist er aber weiterhin gut zu finden.

12 Monkeys (Romanfassung zum Film)

Elizabeth Hand · Goldmann, München 1996 · ISBN 978-3-442-43488-6 · nur noch gebraucht/antiquarisch

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Elizabeth Hand ist keine reine Auftragsautorin: Für ihre eigenen Erzählungen gewann sie zweimal den Nebula Award (1995 für die Novelle Last Summer at Mars Hill, 2006 für die Kurzgeschichte Echo).

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Die Serie (2015 bis 2018)

Der US-Sender Syfy machte aus dem Stoff eine eigene Serie: 12 Monkeys lief von Januar 2015 bis Juni 2018 und wurde nach vier Staffeln planmäßig abgeschlossen. Aaron Stanford spielt James Cole, Amanda Schull die Virologin Dr. Cassandra Railly. Die Serie übernimmt die Grundidee des Films, entwickelt daraus aber eine deutlich verzweigtere Zeitreise-Mythologie mit eigenem Ende. Auch für die Serie gilt: Eine Buchvorlage gibt es nicht, wer nach dem Abspann weiterlesen will, greift zu den ähnlichen Romanen unten.

Ähnliche Bücher: Zeitreise trifft Seuche

12 Monkeys verbindet zwei klassische SF-Motive, die Zeitreise und die Pandemie-Endzeit. Diese vier Romane aus dem Lexikon bedienen genau diese Mischung:

Noch mehr Auswahl bieten unsere Listen der besten Zeitreise-Romane und der besten postapokalyptischen Bücher.

Häufige Fragen

Basiert 12 Monkeys auf einem Buch?

Nein. Terry Gilliams Film von 1995 basiert auf dem französischen Kurzfilm La Jetée (1962) von Chris Marker, der fast vollständig aus Standfotos montiert ist. Eine Romanvorlage gibt es nicht.

Gibt es einen Roman zu 12 Monkeys?

Ja, eine Romanfassung zum Film: Die US-Autorin Elizabeth Hand schrieb die Novelisation, die auf Deutsch 1996 bei Goldmann erschien (ISBN 978-3-442-43488-6). Sie ist seit langem vergriffen und nur noch gebraucht oder antiquarisch zu bekommen.

Was ist La Jetée?

La Jetée ist ein französischer Kurzfilm von Chris Marker aus dem Jahr 1962, erzählt fast ausschließlich in Standfotos mit Erzählerstimme. Ein Mann wird nach einem Dritten Weltkrieg durch die Zeit geschickt und verfolgt dabei eine Kindheitserinnerung. Genau dieses Gerüst übernimmt 12 Monkeys.

Gibt es 12 Monkeys als Serie?

Ja. Der US-Sender Syfy produzierte von Januar 2015 bis Juni 2018 eine Serienfassung mit vier Staffeln, mit Aaron Stanford als James Cole und Amanda Schull als Dr. Cassandra Railly. Die Serie basiert auf dem Film, erzählt die Geschichte aber eigenständig weiter. Eine eigene Buchvorlage hat sie nicht.

Wer spielt in 12 Monkeys (1995) mit?

Bruce Willis als Zeitreisender James Cole, Madeleine Stowe als Psychiaterin Kathryn Railly und Brad Pitt als Jeffrey Goines. Pitt erhielt für die Rolle eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Regie führte Terry Gilliam, der deutsche Kinostart war am 21. März 1996.

Welche Bücher sind ähnlich wie 12 Monkeys?

Wer die Mischung aus Zeitreise und Seuchen-Endzeit mag, greift zu 11/22/63 von Stephen King (Zeitreise gegen die Katastrophe), Recursion von Blake Crouch (Zeitschleifen und falsche Erinnerungen), Station Eleven von Emily St. John Mandel (die Welt nach der Pandemie) oder The Stand von Stephen King (das große Seuchen-Epos).

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