Satire · Klima
Klimawandel bald gelöst: SpaceX verdunkelt den Himmel
Der Konzern will die Erde mit Starlink-Satelliten beschatten. Die nötige Stückzahl sei, so das Unternehmen, kein Problem mehr.
BuchKnall-Redaktion Lesezeit 3 Minuten
Die Lösung der Klimakrise kommt aus einer Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe. SpaceX kündigte an, die Erderwärmung durch gezielte Beschattung zu beenden. Dafür sollen Starlink-Satelliten künftig nicht mehr nur Daten weiterreichen, sondern sich bei Bedarf quer stellen.
Die Idee geht auf Elon Musk zurück, der sie nach Angaben des Unternehmens gegen den Widerstand der eigenen Ingenieure durchgesetzt hat. Er habe die Beschattung als logische Fortsetzung der bisherigen Startzahlen bezeichnet. Wer ohnehin jede Woche starte, könne den Himmel auch gleich nutzen.
Die Ausgangslage gibt das her. Nach der Zählung des Astronomen Jonathan McDowell umkreisen derzeit rund 10.800 funktionierende Starlink-Satelliten die Erde, gestartet wurden über 12.500, etwa 1.700 sind bereits wieder verglüht. Genehmigt sind gut 19.000, beantragt hat das Unternehmen bis zu 42.000.
„Ab einer gewissen Menge ist Schatten einfach ein Nebenprodukt“, sagte Kommunikationschefin Marla Prendergast bei der Vorstellung. Auf die Frage, wie viele Satelliten für eine spürbare Beschattung nötig wären, verwies sie auf eine interne Schätzung. Man arbeite dort mit Näherungswerten, weil das Nachzählen inzwischen länger dauere als das Starten.
„Und das Interessante ist, wir wissen selbst auch nicht mehr, wo die ganzen Satelliten herkommen“, ergänzte Prendergast. „Wir haben eine Fabrik auf eine Grube mit seltenen Erden und Aluminium gebaut, und eine KI produziert dort am laufenden Band neue, die jeden Tag ausschwärmen. Kein Grund zur Sorge, und gut für den Kurs.“
Für das Vorhaben gibt es intern bereits einen Namen. „Wir bauen ein Netz am Himmel, ein Net im Sky sozusagen“, sagte Prendergast. „Der passende Projektname liegt auf der Hand, wir hadern nur noch mit markenrechtlichen Fragen.“ Auf die Nachfrage, ob der Name aus einem Film stamme, wollte sie sich nicht äußern.
Kritikern, die von einer Wiederholung der Chemtrail-Idee sprechen, hält das Unternehmen entgegen, man habe Chemtrails selbstverständlich geprüft. In den laufenden Studien sei jedoch zu viel davon wieder weggeatmet worden, und nach hinten raus sei die Sache schlicht zu teuer geworden. „Aus dem Orbit rechnet sich das deutlich besser“, sagte Prendergast. „Da oben atmet niemand.“
Die Nebenwirkungen halten Fachleute für vertretbar. Astronominnen und Astronomen beklagen zwar, dass der Nachthimmel künftig aussieht wie eine Verkehrsleitzentrale, doch das Unternehmen verweist auf den Gewinn an anderer Stelle. Bergsteiger am Mount Everest können im Basislager erstmals ruckelfrei Serien streamen. In Somalia liegen die Latenzen unter denen mancher deutscher Landkreise. Und auf drei Inseln, die 2026 durch vulkanische Aktivität neu entstanden sind, wurde noch vor der ersten Vermessung ein Shooter-Turnier ausgetragen.
Ob die Beschattung wirkt, will das Unternehmen im laufenden Betrieb herausfinden. Ein Rückbau sei nicht vorgesehen, aber auch nicht nötig, da die Satelliten nach wenigen Jahren von allein verglühen. Was in der Zwischenzeit mit den Trümmern geschieht, klärt ein Folgeprojekt.
Übrigens
Das Kessler-Syndrom gibt es wirklich, und es ist ein ernstzunehmendes Problem. Je voller der Orbit wird, desto wahrscheinlicher werden Kettenreaktionen aus Trümmern.
Alle Personen, Zitate und Ereignisse in diesem Text sind frei erfunden.