The Running Man: Stephen Kings Buch und beide Filme im Vergleich
The Running Man ist eine der schärfsten Dystopien von Stephen King, geschrieben 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman, auf Deutsch als Menschenjagd. Zwei Verfilmungen liegen weit auseinander: der Kult-Actionfilm von 1987 mit Arnold Schwarzenegger und die deutlich buchtreuere Neuverfilmung 2025 von Edgar Wright mit Glen Powell. Dieser Artikel vergleicht alle drei Fassungen. Stand Juli 2026.
Die kurze Antwort
Der Roman von 1982 spielt in einem verarmten USA, in dem ein TV-Network verzweifelte Menschen in tödlichen Gameshows quer durchs Land jagt. Der Film 1987 (Schwarzenegger) weicht stark ab, verlegt die Jagd in eine Arena. Der Film 2025 (Edgar Wright, Glen Powell) bleibt nah am Buch, ändert aber bewusst das Ende. Deutscher Buchtitel: Menschenjagd.
Der Roman (1982)
King veröffentlichte The Running Man 1982 als Taschenbuch unter dem Pseudonym Richard Bachman, unter dem er bewusst düsterere, politischere Stoffe herausbrachte. Der Roman spielt in einem dystopischen USA des Jahres 2025, in dem ein staatlich kontrolliertes Fernsehnetwork brutale Gameshows sendet. Ben Richards, arbeitslos und mit einer schwer kranken Tochter, bewirbt sich aus purer Not für die gefährlichste Show: Als Läufer bekommt er zwölf Stunden Vorsprung, dann jagt ihn eine Elitetruppe des Networks quer durch das ganze Land, während Zuschauer per Hinweis mitfahnden können.
Menschenjagd - The Running Man
Der Roman erschien auch im Sammelband Bachman bei Heyne, der drei frühe Bachman-Titel bündelt.
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Der Film von 1987
Die erste Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger (Regie Paul Michael Glaser) übernimmt vom Buch fast nur Titel, Grundidee und den Namen des Antagonisten Killian. Ben Richards ist hier ein Polizeipilot, der zu Unrecht als Massenmörder gebrandmarkt wird. Die Show findet nicht landesweit statt, sondern in einer abgesperrten Arena in einem zerfallenen Los Angeles, in der kostümierte Verfolger die Läufer jagen. Der Ton ist satirische Action, weit entfernt von der bleiernen Dystopie der Vorlage.
Die Neuverfilmung 2025
Edgar Wright verfilmte den Stoff 2025 neu, mit Glen Powell als Ben Richards, Josh Brolin als Produzent Dan Killian und Colman Domingo als Show-Host. Wright hat ausdrücklich betont, dass ihm der 1987er-Film zu wenig mit dem Roman zu tun hatte, und bleibt näher an der Vorlage: der verzweifelte Familienvater, die landesweite Jagd, das Network als Medien- und Überwachungsapparat. Der deutsche Kinostart war der 13. November 2025. An der Kasse blieb der Film hinter den Erwartungen zurück, die Kritik lobte vor allem Glen Powells Hauptrolle.
Die drei Enden im Vergleich
Spoiler anzeigen: die Enden aller drei Fassungen
Buch (1982): Nachdem seine Frau und Tochter getötet wurden, entführt der todwunde Richards ein Flugzeug und rammt es in das Hochhaus des Networks. Er stirbt dabei selbst und reißt Killian und viele Angestellte mit. Ein radikal nihilistisches Ende.
Film 1987: Richards tötet Showmaster Killian im direkten Duell und zerstört so die Show. Kein Flugzeug, kein Selbstopfer, ein klassisches Actionfilm-Finale.
Film 2025: Edgar Wright hat das Buch-Ende bewusst nicht übernommen, weil ein Flugzeug im Hochhaus nach dem 11. September 2001 unweigerlich an die Anschläge erinnert hätte. Stephen King hat die geänderte Fassung gelesen und gebilligt.
Was der Stoff erzählt
The Running Man ist im Kern Medienkritik. Das Network verkauft Gewalt gegen die Ärmsten als Unterhaltung und macht Verzweiflung zum Spektakel für ein passives Publikum, das durch Hinweise sogar an der Jagd mitwirkt. Die landesweite Verfolgung funktioniert nur über ein Netz aus Kameras und Denunzianten, ein frühes literarisches Bild für Reality-TV und Überwachung, lange vor den echten Survival-Formaten. Und Richards nimmt an der tödlichen Show nur teil, weil er als Arbeitsloser mit kranker Tochter keinen anderen Ausweg hat, ein Motiv, das später auch Die Tribute von Panem und Battle Royale tragen wird.
Ähnliche Bücher
Wenn dich die tödliche Gameshow als Gesellschaftsbild fesselt, passen diese Todesspiel-Dystopien:
- Die Tribute von Panem (Suzanne Collins) ein totalitärer Staat zwingt Jugendliche in eine landesweit übertragene Todes-Show.
- Battle Royale (Koushun Takami) das explizite japanische Vorbild des Subgenres, eine Schulklasse muss sich auf einer Insel gegenseitig töten.
- Todesmarsch / The Long Walk (Stephen King als Richard Bachman) Kings eng verwandte Bachman-Dystopie über einen tödlichen Dauermarsch, 2025 ebenfalls verfilmt.
Häufige Fragen
Ist The Running Man von Stephen King?
Ja. King schrieb den Roman unter dem Pseudonym Richard Bachman, veröffentlicht 1982. Erst 1985 wurde bekannt, dass Bachman und King dieselbe Person sind.
Wie heißt The Running Man auf Deutsch?
Menschenjagd. Die aktuelle Taschenbuchausgabe bei Heyne trägt den Titel Menschenjagd - The Running Man, übersetzt von Nora Jensen.
Ist der neue Film 2025 näher am Buch als der von 1987?
Ja, deutlich. Regisseur Edgar Wright hat betont, dass ihm der Film von 1987 zu wenig mit dem Roman zu tun hatte. Seine Fassung übernimmt die landesweite Jagd, die Familien-Motivation und die Grundstruktur des Buches. Das Ende weicht bei beiden Filmen ab.
Wie unterscheidet sich das Ende des Films 2025 vom Buch?
Im Buch fliegt Ben Richards ein Flugzeug ins Hochhaus des Networks und stirbt dabei. Edgar Wright hat dieses Ende bewusst nicht übernommen, weil es nach dem 11. September 2001 unweigerlich an die Anschläge erinnert hätte. Stephen King hat die geänderte Fassung gelesen und gebilligt.
Wer spielt Ben Richards im Remake 2025?
Glen Powell. Weitere Rollen: Josh Brolin als Produzent Dan Killian, Colman Domingo als Show-Host Bobby T, Lee Pace als Jäger-Anführer Evan McCone und Michael Cera als Rebell Elton Parrakis.
Wann kam The Running Man 2025 in die deutschen Kinos?
Am 13. November 2025 mit FSK 16.
Welche Bücher sind ähnlich wie The Running Man?
Andere Todesspiel-Dystopien: Die Tribute von Panem von Suzanne Collins, Battle Royale von Koushun Takami und Stephen Kings eigener Roman Todesmarsch (The Long Walk), ebenfalls unter dem Bachman-Pseudonym geschrieben.
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