Metro: Die Romane hinter dem Spiel, in Reihenfolge
Metro ist der Sonderfall unter den Spiele-Universen: Hier stand das Buch am Anfang. Dmitry Glukhovskys Roman über die Moskauer U-Bahn nach dem Atomkrieg wurde erst zum Kultbuch, dann zur Spielereihe, und mit Metro 2039 geht es 2026 weiter.
Inhalt
Die Kurzantwort
Die Lesereihenfolge ist einfach: Metro 2033 (2008 auf Deutsch), dann Metro 2034 (2009), dann Metro 2035 (2016), alle bei Heyne. Das erste Spiel folgt dem ersten Roman, danach trennen sich Buch- und Spielkanon, und Metro 2035 führt beide wieder zusammen. Wer nur ein Buch lesen will, liest das erste: Metro 2033 im Lexikon.
Die Trilogie in Reihenfolge
Metro 2033 begann als Online-Projekt eines Anfangzwanzigjährigen und wurde zum meistgelesenen russischen SF-Roman seiner Generation: Nach dem Atomkrieg überlebt Moskau nur noch in der Metro, jede Station ist ein Staat, jede Linie eine Ideologie, und der junge Artjom muss quer durch alle, weil an seiner Station etwas aus den Tunneln kommt, das dort nicht sein dürfte.
Metro 2034 wechselt Schauplatz und Personal: Die Station Sewastopolskaja ist von der Außenwelt abgeschnitten, ein alternder Brigadier, ein Chronist und ein Mädchen machen sich auf den Weg. Der Band ist leiser und literarischer als sein Vorgänger und funktioniert auch allein.
Metro 2035 holt Artjom zurück und stellt die Frage, die die ganze Reihe trägt, am schärfsten: Was, wenn die Tunnel gar nicht das Gefängnis sind, sondern die Ausrede? Der Abschlussband ist der politischste der drei. Sein Autor weiß, wovon er schreibt: Glukhovsky lebt im Exil, in Russland wurde er wegen seiner Kritik am Krieg gegen die Ukraine in Abwesenheit verurteilt.
Buch gegen Spiel: Wer erzählt was?
Das Spiel Metro 2033 (2010) erzählt den ersten Roman nach, dichter an der Vorlage als die meisten Verfilmungen. Last Light (2013) erfindet dann eine eigene Fortsetzung, und Exodus (2019) verlässt Moskau Richtung Osten. Das Verblüffende: Der Roman Metro 2035 akzeptiert die Spielereignisse von Last Light als Vorgeschichte. Buch und Spiel sind bei Metro also kein Original und Kopie, sondern zwei Stränge derselben Welt, die einander zuarbeiten.
Das Universum Metro 2033
Glukhovsky hat seine Welt früh geöffnet: Unter dem Dach Universum Metro 2033 schreiben andere Autorinnen und Autoren Geschichten aus derselben Endzeit, von den Petersburger Tunneln bis nach Italien. Auf Russisch sind weit über hundert Bände erschienen, ein Teil davon liegt auf Deutsch bei Heyne vor. Für den Einstieg braucht es davon keinen einzigen, für Bewohner der Welt sind sie ein Vorrat für Jahre.
Metro 2039: Der Stand 2026
Am 16. April 2026 hat 4A Games das nächste Spiel angekündigt: Metro 2039 setzt vier Jahre nach Exodus ein, erzählt erstmals mit einem neuen Hauptcharakter und kehrt stärker in die engen Tunnel zurück. Auf der Gamescom 2026 ist es erstmals spielbar. Glukhovsky ist an der Geschichte beteiligt und verspricht das düsterste Metro bisher. Einen Roman zum neuen Spiel gibt es nicht, die beste Vorbereitung bleibt die Trilogie.
Was nach Metro lesen?
Wer die Tunnel ausgelesen hat, findet im Lexikon die nächsten Verwandten: Bunker, Endzeit und die Frage, was vom Menschen übrig bleibt. Jedes Buch einzeln geprüft und eingeordnet:
Besonders nah dran: Silo (Hugh Howey), wo eine Menschheit im unterirdischen Bunker lebt und die Wahrheit über draußen das gefährlichste Gut ist. Die große Genre-Übersicht steht in der Dystopie-Bestenliste und in der Rubrik Post-Apokalypse.
Häufige Fragen zu den Metro-Romanen
In welcher Reihenfolge lese ich die Metro-Romane?
Metro 2033, dann Metro 2034, dann Metro 2035. Die Trilogie stammt komplett von Dmitry Glukhovsky und ist bei Heyne auf Deutsch erschienen. 2034 erzählt eine weitgehend eigenständige Geschichte mit anderen Figuren, 2035 führt Artjom aus dem ersten Band weiter und schließt die Trilogie ab.
Buch oder Spiel zuerst?
Beides funktioniert. Das erste Spiel folgt dem Roman erstaunlich treu, wer das Buch zuerst liest, kennt also die Grundhandlung. Umgekehrt vertieft der Roman, was das Spiel nur andeuten kann: die Stationsgesellschaften, die Ideologien der Linien und Artjoms Innenleben. Puristen lesen zuerst.
Erzählen die Spiele die Bücher nach?
Nur das erste. Metro 2033 (2010) folgt dem Roman, Last Light (2013) erzählt eine eigene Fortsetzung am alternativen Ende des ersten Spiels, Exodus (2019) verlässt Moskau ganz. Der Roman Metro 2035 wiederum setzt nach den Ereignissen von Last Light an und verbindet Buch- und Spielwelt zu einem gemeinsamen Weiter.
Was ist das Universum Metro 2033?
Eine von Glukhovsky begründete Spin-off-Reihe, in der andere Autorinnen und Autoren Geschichten in derselben Welt erzählen, von Petersburg bis Italien. Auf Russisch sind weit über hundert Bände erschienen, ein Teil davon liegt auf Deutsch bei Heyne vor.
Was ist Metro 2039?
Das neue Spiel von 4A Games, angekündigt am 16. April 2026 und auf der Gamescom 2026 erstmals spielbar. Es setzt vier Jahre nach Metro Exodus ein, erzählt mit einem neuen Hauptcharakter und kehrt stärker in die Tunnel zurück. Dmitry Glukhovsky ist an der Geschichte beteiligt. Einen Roman dazu gibt es bislang nicht.
Sind die Bücher etwas für mich, wenn ich nur die Spiele kenne?
Wenn dich an den Spielen die Atmosphäre und die Stationswelten faszinieren, ja. Die Romane sind langsamer und nachdenklicher als die Shooter, mit viel Raum für die Frage, was von der Menschheit in den Tunneln übrig bleibt. Wer reine Action erwartet, wird umdenken müssen, meist zum Guten.
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