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Warum ich ein SciFi-Lexikon gebaut habe, das Selfpublishing gleichberechtigt zeigt

Von Steffen Vogt · Mai 2026

Ich habe Antinomie an acht Literaturagenturen geschickt. Keine einzige hat geantwortet.

Also habe ich das Buch selbst veröffentlicht, mir ein professionelles Lektorat geholt, 25 Testleser gesucht und das Ding auf die Welt losgelassen. 3.000 Verkäufe, Top-Bewertungen, eine wachsende Leserschaft.

Acht Monate später meldete sich eine der Agenturen. Kein Interesse.

Das ist keine Beschwerde. Das ist die Realität für tausende Autorinnen und Autoren, die gute Geschichten schreiben, aber nicht ins Verlagsprogramm passen. Weil der Markt gerade andere Themen will. Weil der Name unbekannt ist. Weil niemand das Manuskript gelesen hat.

Das Problem mit der Sichtbarkeit

Selfpublishing hat ein Sichtbarkeitsproblem. Buchhandlungen führen keine SP-Titel. Literaturpreise schieben sie in Sonderkategorien. Rezensionsblogs ignorieren sie. Und auf Amazon verschwinden sie zwischen Millionen anderer Titel, weil der Algorithmus Masse belohnt, nicht Qualität.

Dabei kommen einige der erfolgreichsten SciFi-Bücher der letzten Jahre aus dem Selfpublishing. Hugh Howey schrieb Wool als kurze SP-Novelle und landete bei Apple TV+. Andy Weir stellte Der Marsianer auf seine Website und wurde von Ridley Scott verfilmt. Im deutschsprachigen Raum verkaufen Autoren wie Joshua Tree Millionen Kindle-Seiten pro Monat.

Die Qualität ist da. Die Sichtbarkeit nicht.

Was Buchknall anders macht

Ich habe Buchknall gebaut: ein kuratiertes SciFi-Lexikon, das Selfpublishing-Titel gleichberechtigt neben Verlagsklassikern zeigt. Gleiche Seitenstruktur, gleiche Beschreibungstiefe, gleiche Empfehlungslogik. Ein Indie-Roman steht neben Dune, wenn er gut genug ist. Ein SP-Autor steht neben Asimov, wenn seine Geschichten es verdienen.

Aktuell umfasst das Lexikon 8328 kuratierte Bücher, davon 693 Selfpublishing-Titel. Dazu kommen über 270 Glossar-Einträge zu SciFi-Technologien, Konzepten, Verfilmungen und Spielen, zehn Ratgeber-Seiten und ein Genre-Kompass, der Lesern hilft, neue Subgenres zu entdecken.

Jeder Eintrag ist handkuratiert. Jede Beschreibung eigener Text, kein kopierter Klappentext. KI-generierte Bücher sind ausgeschlossen. Und Autoren dürfen selbst bestimmen, wie ihr Buch beschrieben und kategorisiert wird.

Warum SciFi?

Weil ich SciFi schreibe und lese. Weil ich das Genre kenne. Und weil SciFi eine Community hat, die offen für Neues ist. Wer bereit ist, sich auf Zeitreisen, Quantenphysik und außerirdische Zivilisationen einzulassen, hat kein Problem damit, einem unbekannten Autor eine Chance zu geben.

Wenn Buchknall im SciFi-Bereich funktioniert, kommen andere Genres dazu. Fantasy, Horror, Thriller. Das Prinzip bleibt dasselbe: Kuration statt Algorithmus, Qualität statt Veröffentlichungsweg.

Für Autoren

Wer ein SciFi-Buch veröffentlicht hat, kann es kostenlos bei Buchknall eintragen. Der Eintrag wird geprüft und steht danach zwischen den Klassikern des Genres. Kostenlos, kuratiert, gleichberechtigt.

Mehr über die Idee hinter dem Projekt findet ihr im Manifest. Mehr über die langfristige Vision, inklusive eines Fonds der neuen SciFi-Autoren das Lektorat finanziert.

Was jetzt kommt

Buchknall ist seit heute live. Die nächsten Monate sind stille Arbeit: Neue Bücher aufnehmen, Ratgeber-Texte schreiben, das Glossar ausbauen. Das Ziel für Ende 2026 sind 1.000 kuratierte Bücher und eine Community von Autoren, die das Lexikon als ihre Plattform verstehen.

Steffen Vogt ist Autor von Antinomie und arbeitet an Quantulation, seinem zweiten Roman. Buchknall ist sein Projekt für mehr Sichtbarkeit im Selfpublishing.