Bild: Sonnenuntergang im Wadi Rum in Jordanien, dort hat Denis Villeneuve seine Arrakis-Aufnahmen gedreht. Fotografiert von Lawrence Murray, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, für diese Seite zugeschnitten.

Die Welt von Dune

Frank Herbert erklärt seine Welt nicht, er wirft einen mitten hinein. Das macht den Anfang schwer und den Rest großartig. Auf dieser Seite steht in zusammenhängender Form, was der Roman über hunderte Seiten verstreut. Die Handlung verraten wir dabei nicht.

Arrakis, der Wüstenplanet

Arrakis ist ein Planet, auf dem es praktisch kein offenes Wasser gibt. Die Pole tragen etwas Eis, alles andere ist Sand, Fels und Wind. Wer draußen überleben will, trägt einen Destillanzug, der Schweiß und Atemfeuchtigkeit auffängt und aufbereitet. Ein Mensch verliert dabei am Tag nur noch wenige Fingerhüte Wasser.

Diese Härte ist keine Kulisse, sondern der Kern des Buchs. Herbert hatte ursprünglich über Sanddünen an der Küste Oregons recherchiert und daraus die Idee entwickelt, eine ganze Welt aus dieser Logik zu bauen. Wasser ist auf Arrakis das, was anderswo Geld ist. Wer stirbt, gibt sein Wasser an den Stamm zurück, und das ist dort keine Grausamkeit, sondern eine Ehre.

Trotzdem ist Arrakis der wichtigste Planet des Universums, denn nur hier gibt es das Gewürz.

Das Gewürz

Melange, meist einfach das Gewürz genannt, ist eine Substanz, die es ausschließlich auf Arrakis gibt. Sie verlängert das Leben, schärft die Wahrnehmung und macht bei den Navigatoren der Raumgilde jene begrenzte Voraussicht möglich, ohne die keine Reise zwischen den Sternen sicher wäre.

Daraus ergibt sich die Lage, um die das ganze Buch kreist. Die Raumfahrt hängt am Gewürz, das Gewürz gibt es nur auf einem einzigen Planeten, und wer diesen Planeten kontrolliert, hält die Hand am Hals der Zivilisation. Herbert selbst hat den Vergleich zum Erdöl nie ausgeschrieben, aber der Roman erschien 1965, und die Leser haben ihn sofort verstanden.

Das Gewürz macht außerdem abhängig. Wer einmal genug davon genommen hat, kann nicht mehr aufhören, ohne zu sterben. An den Augen ist das zu erkennen: Bei langem Konsum färben sich Iris und Weiß tiefblau, und dieses Blau ist das äußere Zeichen der Fremen.

Der ausführliche Lexikoneintrag zum Gewürz →

Die Sandwürmer

Die Würmer von Arrakis werden hunderte Meter lang. Sie bewegen sich unter dem Sand und kommen an die Oberfläche, sobald sie ein regelmäßiges Geräusch spüren. Deshalb gehen die Fremen mit einem unregelmäßigen, gebrochenen Schritt durch die Wüste, damit die Bewegung wie Wind klingt und nicht wie Beute.

Zwischen den Würmern und dem Gewürz besteht ein Zusammenhang, den die Großen Häuser jahrhundertelang nicht verstanden haben und der eine der schönsten Ideen des Romans ist. Wir verraten ihn hier nicht, weil das Buch ihn selbst nach und nach aufdeckt.

Für die Fremen sind die Würmer mehr als eine Gefahr. Sie nennen sie Shai-Hulud und behandeln sie als etwas Heiliges. Und sie haben einen Weg gefunden, auf ihnen zu reiten.

Der Lexikoneintrag zum Sandwurm →

Die drei Häuser

Das Universum von Dune ist ein Feudalsystem. Ein Kaiser steht an der Spitze, unter ihm die Großen Häuser, die einzelne Planeten als Lehen halten. Drei davon muss man kennen.

Caladan Haus Atreides

Ein altes Adelshaus von einem Wasserplaneten, geführt von Herzog Leto. Die Atreides herrschen über Treue statt über Angst, was ihnen Anhänger einbringt und am Hof gefährlich viele Neider. Zu Beginn der Geschichte werden sie nach Arrakis versetzt.

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Giedi Primus Haus Harkonnen

Der Gegenspieler, geführt von Baron Vladimir Harkonnen. Ein Haus, das über Grausamkeit und Ausbeutung funktioniert und Arrakis achtzig Jahre lang ausgepresst hat. Zwischen Harkonnen und Atreides liegt eine sehr alte Feindschaft.

Kaitain Haus Corrino

Die Kaiserfamilie, die über das gesamte bekannte Universum herrscht. Ihre Macht ruht auf den Sardaukar, einer gefürchteten Elitetruppe, und auf der Fähigkeit, die großen Häuser gegeneinander auszuspielen.

Wer sonst noch mitspielt

Neben dem Adel gibt es Gruppen, die keine Planeten besitzen und trotzdem mächtiger sind als die meisten Häuser. Sie halten Monopole auf Fähigkeiten, und genau daraus ziehen sie ihren Einfluss.

Die Bene Gesserit

Ein Orden von Frauen mit jahrhundertelanger Ausbildung in Körperbeherrschung, Beobachtung und Menschenkenntnis. Sie sitzen als Beraterinnen an allen wichtigen Höfen und verfolgen seit neunzig Generationen ein eigenes Zuchtprogramm. Nach außen dienen sie, tatsächlich lenken sie.

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Die Raumgilde

Sie hat das Monopol auf Raumfahrt. Ihre Navigatoren nehmen so viel Gewürz zu sich, dass sie kaum noch menschlich aussehen, dafür aber sichere Wege durch den Raum vorhersehen können. Ohne die Gilde bewegt sich in dieser Galaxis niemand.

Die Mentaten

Menschen, die zu lebenden Rechnern ausgebildet wurden. Sie halten riesige Datenmengen im Kopf und ziehen daraus Schlüsse, für die andere Zivilisationen einen Computer bauen würden.

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Die CHOAM

Der Handelskonzern, an dem Kaiser, Adel und Gilde gemeinsam beteiligt sind. Wer Anteile hält, verdient an allem, was zwischen den Welten bewegt wird. Der Streit um diese Anteile ist der eigentliche Motor der Politik.

Die Fremen

Die Bewohner der Wüste von Arrakis, von den Großen Häusern lange als bedeutungslos abgetan. Sie haben gelernt, in einer Umgebung zu leben, die alle anderen umbringt, und sie sammeln seit Generationen Wasser für ein Ziel, von dem außerhalb ihrer Siedlungen niemand weiß.

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Die Tleilaxu

Ein verschlossenes Volk von Genetikern, das Menschen nachzüchtet und Dinge herstellt, die anderen als Tabu gelten. Man arbeitet mit ihnen, wenn man etwas braucht, das sonst niemand liefert, und traut ihnen dabei kein Wort.

Warum es keine Computer gibt

Die auffälligste Eigenheit dieser Zukunft ist, dass es keine denkenden Maschinen gibt. Weder in den Raumschiffen noch in den Palästen findet sich irgendwo ein Rechner. Der Grund liegt weit vor der Handlung: Nach einem Krieg gegen die Maschinen, den die Bücher Butlerianischer Djihad nennen, wurde ein Verbot erlassen, das bis in die Zeit des Romans gilt. Es lautet sinngemäß, dass niemand eine Maschine bauen darf, die dem menschlichen Verstand nachgebildet ist.

Diese Entscheidung erklärt fast alles Übrige. Weil Rechner fehlen, bildet man Menschen zu Mentaten aus. Weil Navigationsrechner fehlen, braucht die Raumfahrt Navigatoren mit erweiterter Wahrnehmung. Weil Menschenkenntnis nicht messbar ist, entsteht ein Orden, der sie über Jahrhunderte zur Kunst erhebt. Herbert hat sich damit bewusst gegen die Erzählmode seiner Zeit gestellt, in der Roboter und Bordrechner selbstverständlich waren, und ein Universum gebaut, in dem der Mensch das höchstentwickelte Werkzeug ist.

Wer wissen will, wie dieser Krieg ablief, findet ihn in der Legenden-Trilogie von Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die mit Butlers Djihad beginnt. Frank Herbert selbst hat ihn nie erzählt, sondern immer nur erwähnt.

BuchKnall ist ein unabhängiges, inoffizielles Informationsangebot und steht in keiner Verbindung zu Legendary, Warner Bros., HBO oder dem Herbert-Nachlass. Dune und zugehörige Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Rechteinhaber. Stand August 2026.