A Civil Campaign
A Civil Campaign verbindet Lois McMaster Bujolds Vorkosigan-Saga mit Gesellschaftskomödie, Space Opera und einer ungewöhnlich charmanten Regency-Romanze.
Lois McMaster Bujolds 'A Civil Campaign' erschien 1999 und gehört zur Vorkosigan-Saga. Der Roman spielt nach 'Komarr' und konzentriert sich stark auf Barrayar, seine aristokratische Kultur und Miles Vorkosigans Versuch, um Ekaterin Vorsoisson zu werben. Bujold kombiniert Space Opera mit Gesellschaftskomödie und greift bewusst Elemente von Jane-Austen- und Regency-Romanzen auf.
Miles ist in diesem Buch weniger militärischer Improvisator als sozialer Katastrophenproduzent. Seine Strategie, Ekaterin indirekt und kontrolliert für sich zu gewinnen, scheitert an Geheimhaltung, Stolz und den Regeln barrayaranischer Etikette. Parallel laufen politische und familiäre Handlungsstränge um Mark Vorkosigan, Kareen Koudelka, die Koudelka-Schwestern und die Vor-Gesellschaft. Der Ton ist leichter als in vielen früheren Bänden, aber die sozialen Konflikte bleiben präzise.
Berühmt ist der Butter-Bugs-Subplot. Mark investiert in genetisch veränderte Insekten, die essbare Substanz produzieren sollen. Das Projekt ist zugleich komisch, eklig und wirtschaftlich ernst gemeint. Bujold nutzt es, um Körper, Geschäftsidee, Vertrauen und barrayaranische Vorurteile zu verknüpfen. Auch Geschlechterpolitik spielt eine große Rolle, besonders durch die Figur Donna/Dono Vorrutyer und die Frage nach Erbrecht und Körperveränderung.
'A Civil Campaign' wurde für den Hugo Award nominiert und gilt als einer der beliebtesten Romane der Reihe. Die Stärke liegt in der Verbindung aus romantischem Timing, politischer Komödie und gewachsener Serienkenntnis. Bujold beweist, dass Space Opera nicht immer Flottenkrieg braucht. Ein Abendessen, ein Heiratsantrag, eine Erbfrage und eine missglückte Geschäftspräsentation können in einer ausgebauten SF-Welt genauso folgenreich sein.
Gerade für Barrayar ist der Roman wichtig, weil er Reformen im Privaten sichtbar macht. Liebe, Ehe, Erbe und Reputation sind politische Strukturen, keine bloßen Nebenhandlungen. Miles kämpft hier weniger gegen äußere Feinde als gegen die sozialen Mechanismen seiner eigenen Klasse, und genau dadurch gewinnt der Roman seine besondere Schärfe.
Der Roman ist auch ein guter Prüfstein für die Reihenarchitektur der Vorkosigan-Saga. Viele Konflikte funktionieren nur, weil frühere Bände Figuren, Familien und politische Bräuche aufgebaut haben. Bujold kann dadurch Komödie aus Details gewinnen, die in einem Einzelroman bloße Erklärung wären: Titel, Namen, alte Verletzungen und barrayaranische Formalitäten tragen eigenes Gewicht.
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A Civil Campaign. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/a-civil-campaign/ (abgerufen am 07.06.2026).
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