A.E. van Vogt
Kanadischer Science-Fiction-Autor (1912-2000), zentrale Figur des Golden Age und Schöpfer von Slan, The World of Null-A und The Voyage of the Space Beagle.
Alfred Elton van Vogt (1912-2000) gehört zu den prägenden Stimmen des Golden Age of Science Fiction. Geboren in der Nähe von Winnipeg, Manitoba, begann er Ende der 1930er Jahre für John W. Campbells Astounding Science Fiction zu schreiben und wurde schnell zu einem der populärsten Autoren des Magazins.
Sein Debütroman Slan (serialisiert 1940, als Buch 1946) erzählt von mutierten Menschen mit telepathischen Fähigkeiten, die von der normalen Menschheit verfolgt werden. Das Buch traf einen Nerv bei Science-Fiction-Fans, die sich selbst als Außenseiter verstanden. Der Slogan 'Fans are Slans' wurde zum geflügelten Wort. The World of Null-A (1948) baute auf Alfred Korzybskis Allgemeiner Semantik auf und entwarf eine Zukunft, in der nicht-aristotelisches Denken die Grundlage einer fortgeschrittenen Zivilisation bildet. The Voyage of the Space Beagle (1950) versammelte Kurzgeschichten über eine wissenschaftliche Expedition durch die Galaxis, die mit verschiedenen außerirdischen Bedrohungen konfrontiert wird. Das Grundkonzept beeinflusste nachweislich Gene Roddenberrys Star Trek und Ridley Scotts Alien.
Van Vogts Erzählstil war eigenwillig: dichte Handlung, überraschende Wendungen alle 800 Wörter (eine bewusste Technik) und Plots, die konventionelle Logik gelegentlich hinter sich ließen. Kritiker wie Damon Knight warfen ihm Inkohärenz vor, während Bewunderer wie Philip K. Dick seine traumartige Intensität lobten. 1995 erhielt van Vogt den SFWA Grand Master Award als Anerkennung seines Lebenswerks.
Van Vogt war produktiv und vielseitig. Neben den großen Romanen schrieb er Dutzende von Kurzgeschichten, viele davon für Campbells Astounding. Black Destroyer (1939), seine erste Kurzgeschichte in dem Magazin, erzählt von einem außerirdischen Monster auf einem Raumschiff und wurde direkt in The Voyage of the Space Beagle eingearbeitet. Diese Geschichte, zusammen mit Mission to the Stars, ist eines der klaren Vorbilder für Alien (1979).
Sein Interesse an Scientology und Dianetics in den frühen 1950er Jahren war eine Reaktion auf eine persönliche Krise und entfremdete ihn zeitweilig von der Science-Fiction-Szene. Er arbeitete an E-Meter-Techniken mit L. Ron Hubbard zusammen, distanzierte sich aber später. Diese Phase ist ein Kapitel seines Lebens, das von Fans und Kritikern unterschiedlich bewertet wird.
Philip K. Dick nannte van Vogt den Autor, der ihn als Teenager am stärksten geprägt hat. Das erklärt einiges: Van Vogts traumartige Handlungslogik, die sich nicht um konventionelle Kausalität schert, findet sich direkt in Dicks eigenen Werken wieder. Die Idee, dass die Realität nicht das ist, was sie zu sein scheint, ist van Vogts Erbe.
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A.E. van Vogt. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/a-e-van-vogt/ (abgerufen am 06.06.2026).
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