A Wrinkle in Time
Madeleine L'Engles Jugendbuch-Klassiker (1962): Drei Kinder reisen durch Raum und Zeit, um ihren Vater zu retten.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus A Wrinkle in Time.
Madeleine L'Engle veröffentlichte 1962 einen Roman, der 26 Verlage abgelehnt hatten, bevor Farrar, Straus and Giroux ihn annahm. Meg Murry, ihr Bruder Charles Wallace und ihr Freund Calvin reisen mithilfe eines Tesserakt (einer Faltung der Raumzeit) durch das Universum, um ihren verschwundenen Vater zu finden. Er wird auf dem Planeten Camazotz von einer bösen Macht namens IT gefangen gehalten.
Das Buch gewann 1963 die Newbery Medal und wurde zum Grundstein der Time-Quintet-Reihe. Es verkaufte sich über zehn Millionen Mal und gehört in den USA zu den am häufigsten aus Schulbibliotheken verbannten Büchern, weil es gleichzeitig christliche Theologie und Wissenschaft verbindet.
Disney verfilmte den Roman 2018 mit Oprah Winfrey, Reese Witherspoon und Mindy Kaling. L'Engles Einfluss auf die Science Fiction für junge Leser ist vergleichbar mit dem von Jules Verne auf die Abenteuerliteratur: Generationen von Lesern kamen durch A Wrinkle in Time zum ersten Mal mit Konzepten wie höheren Dimensionen und Raumzeitkrümmung in Berührung.
Das Tesserakt-Konzept des Romans beschreibt das Reisen durch den Raum, indem man diesen zusammenfaltet, also die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten nicht die gerade Linie ist, sondern das Aufheben der Distanz selbst. L'Engle erklärt das Konzept anhand eines Ameisenbeispiels, das bis heute in Physikunterricht und Sachbüchern zitiert wird. Ob der Roman damit exakt das beschreibt, was Physiker einen Tesserakten nennen, ist wissenschaftlich umstritten, aber das Bild ist eingängig und hat Millionen Menschen eine erste Intuition für höhere Dimensionen gegeben.
Die Bann-Struktur, der das Buch ausgesetzt war, sagt viel über die amerikanische Schultradition aus: Religiöse Gruppen beanstandeten die SF-Elemente als unvereinbar mit dem christlichen Glauben, andere Gruppen störte die explizit christliche Symbolik im Kampf gegen das Böse. L'Engle ließ beide Kritiken an sich abprallen. Sie sah Wissenschaft und Glauben als kompatibel, und A Wrinkle in Time ist das deutlichste Dokument dieser Haltung.
Die Time-Quintet-Reihe umfasst fünf Bücher, von denen die ersten drei (A Wind in the Door, A Swiftly Tilting Planet) direkt an Megs Geschichte anschließen. Für Leser, die L'Engles Verbindung von Physik und Mystik interessant finden: Carl Sagans Contact stellt eine ähnliche Frage nach der Vereinbarkeit von Wissenschaft und spiritueller Erfahrung.
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A Wrinkle in Time. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/a-wrinkle-in-time/ (abgerufen am 05.06.2026).