Alien: Resurrection
Vierter Alien-Film (1997) von Jean-Pierre Jeunet, in dem eine geklonte Ripley 200 Jahre nach ihrem Tod eine neue Xenomorph-Bedrohung bekämpft.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien-Franchise.
Alien: Resurrection (Premiere: 6. November 1997, Regie: Jean-Pierre Jeunet, Drehbuch: Joss Whedon) spielt 200 Jahre nach den Ereignissen von Alien 3. Militärwissenschaftler auf dem Forschungsschiff USM Auriga klonen Ellen Ripley aus Blutproben, die vor ihrem Tod auf Fiorina 161 entnommen wurden. Der eigentliche Zweck: die Alien-Königin zu extrahieren, die bei Ripleys Tod in ihr wuchs.
Die geklonte Ripley (Sigourney Weaver) ist nicht mehr ganz menschlich. Ihre DNA hat sich mit der des Aliens vermischt, was ihr übermenschliche Stärke, saures Blut und eine unheimliche Verbindung zu den Kreaturen verleiht. Als die Aliens wie erwartet ausbrechen, muss Ripley zusammen mit einer Gruppe von Schmugglern (darunter Winona Ryder als Androide Annalee Call) das Schiff vor der Erdlandung zerstören.
Jeunet, der zuvor Die fabelhafte Welt der Amélie noch nicht gedreht hatte, aber durch Delicatessen und Die Stadt der verlorenen Kinder bekannt war, gab dem Film eine visuell eigenwillige Note: groteske Laboratorien, das verstörende Zimmer mit den missglückten Ripley-Klonen und die Unterwassersequenz gehören zu den denkwürdigsten Szenen der Reihe. Joss Whedon, der Drehbuchautor, distanzierte sich später vom fertigen Film und erklärte, seine Dialoge seien falsch inszeniert worden. Trotz eines weltweiten Einspiels von 161 Millionen Dollar gilt Alien: Resurrection als der schwächste Film der ursprünglichen Tetralogie.
Die DNA-Vermischungsthematik ist das interessanteste Element des Films und wird am wenigsten ausgeschöpft. Ripleylons Verbindung zu den Xenomorphen, ihre Fremdheit gegenüber eigenen menschlichen Instinkten, das Zimmer voller missglückter Klone: Das ist Körperhorror auf einem Niveau, das der Film nur kurz streift. Jeunet zeigt den Klon-Raum in einer Szene, die die ganze Absurdität des Projekts kondensiert, und dann geht die Handlung weiter.
Joss Whedon hat in mehreren Interviews erklärt, dass das fertige Drehbuch seinen Absichten entsprach, aber die Inszenierung es in etwas anderes verwandelt hatte. Seine Dialoge, die er als trocken und lakonisch konzipiert hatte, wurden breiter und karikaturesker gespielt. Ob das stimmt, lässt sich schwer beurteilen, da Whedon gleichzeitig Buffy entwickelte und ein Interesse an Abstandsnahme hatte. Das Ergebnis ist ein Film, der sich selbst nicht ganz einig ist.
Die Unterwassersequenz im Schiff, in der die Gruppe durch geflutete Gänge schwimmt, während Xenomorphe unter ihnen auftauchen, ist handwerklich außergewöhnlich. Jeunet hat in seinem späteren Werk (Amelie, A Very Long Engagement) bewiesen, dass er visuell denkt, nicht nur inszeniert. Diese Sequenz in Alien: Resurrection zeigt seinen Instinkt für Bild und Raum, auch wenn das Drehbuch rundherum nicht mithält.
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Alien: Resurrection. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alien-resurrection/ (abgerufen am 05.06.2026).
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