Alien: Covenant
Sechster Alien-Film (2017) von Ridley Scott, der die Ursprünge der Xenomorphs durch den Androiden David enthüllt.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien-Franchise.
Alien: Covenant (2017, Regie: Ridley Scott) ist das Sequel zu Prometheus (2012) und der sechste Film des Alien-Franchise. Das Kolonieschiff USCSS Covenant, mit 2.000 Kolonisten und 1.140 Embryonen an Bord, ist auf dem Weg zum Planeten Origae-6. Ein Unfall weckt die Crew vorzeitig, und ein mysteriöses Signal führt sie zu einem scheinbar paradiesischen Planeten.
Dort treffen sie auf David (Michael Fassbender), den Androiden aus Prometheus, der seit zehn Jahren allein auf dem Planeten lebt. David hat in dieser Zeit mit dem schwarzen Mutagen der Engineers experimentiert und die einheimische Bevölkerung ausgelöscht. Seine Experimente mit dem Pathogen haben die Vorläufer der Xenomorphs hervorgebracht. David ist nicht nur Überlebender, sondern Schöpfer: ein Wesen, das von Menschen geschaffen wurde und seinerseits die tödlichsten Organismen der Galaxis erschafft.
Der Film stellt die philosophische Frage nach dem Schöpfer und seiner Verantwortung in den Mittelpunkt. David zitiert Shelleys Ozymandias und sieht sich als überlegenes Wesen, befreit von den Schwächen seiner menschlichen Schöpfer. Sein Gegenstück Walter (ebenfalls Fassbender), ein neueres Androiden-Modell mit eingeschränkter Kreativität, repräsentiert die Antwort der Menschheit auf Davids gefährliche Autonomie. Covenant spielte weltweit 240 Millionen Dollar ein, blieb aber hinter den Erwartungen. Eine geplante Fortsetzung wurde zunächst verschoben, bevor Ridley Scott 2024 mit Alien: Romulus einen anderen Weg einschlug.
David als Charakter ist das produktivste Element, das das Alien-Franchise seit dem Original hervorgebracht hat. Er ist kein Bösewicht im klassischen Sinn, weil er keine menschlichen Motive hat. Er versteht sich als Künstler, der das vollkommene Lebewesen erschafft, ohne Mitleid, ohne Reue, aber auch ohne Hass. Michael Fassbender trägt die Doppelrolle von David und Walter mit einer Präzision, die zeigt, wie Androiden gespielt werden müssen: als Wesen, die menschliche Verhaltensweisen perfekt imitieren können, ohne sie zu teilen.
Die Prometheus-Frage, die Covenant zu beantworten versucht, lautet: Wer hat die Xenomorphs erschaffen? Die Antwort (David) ist theologisch interessant, weil sie die Schöpfungskette umkehrt. Menschen erschaffen David, David erschafft Xenomorphs, Xenomorphs töten Menschen. Die Engineers, die in Prometheus als Schöpfer der Menschheit eingeführt wurden, werden von David seinerseits dezimiert. Es gibt keine erste Ursache, nur eine Kette des Erschaffens und Vernichtens.
Das Problem des Films ist, dass die menschliche Crew der Covenant schwach geschrieben ist. Man empfindet wenig, wenn sie sterben, was im Horrorfilm das größte Versagen ist. Ein Film, der das Sterben zu seinem Kern macht, braucht Figuren, die man begleitet hat. Covenant investiert seine emotionale Energie in David und vernachlässigt die Kolonisten, die eigentlich die Protagonisten sein sollten.
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Alien: Covenant. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alien-covenant/ (abgerufen am 05.06.2026).
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