Verfilmung

Alita: Battle Angel

James Camerons Passion Project, 2019 von Robert Rodriguez inszeniert: Ein Cyborg-Mädchen erwacht in einer Schrottstadt und entdeckt ihre Vergangenheit als Kriegerin.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Alita: Battle Angel und dem Manga Gunnm von Yukito Kishiro.

James Cameron kaufte die Filmrechte an Yukito Kishiros Manga Gunnm (im Westen als Battle Angel Alita bekannt) bereits in den 1990er Jahren. Der japanische Manga lief von 1990 bis 1995 in Shueishas Business Jump und erzählt die Geschichte von Alita (im Original: Gally), einem Cyborg, der auf einer Schrotthalde gefunden und vom Cyberdoktor Daisuke Ido wieder zusammengesetzt wird. Cameron war fasziniert von der Mischung aus Cyberpunk-Weltenbau, martialischer Action und philosophischen Fragen über die Natur des Menschseins.

Die Entwicklung zog sich über zwei Jahrzehnte. Cameron schrieb mehrere Drehbuchfassungen, verschob das Projekt aber zugunsten von Avatar. 2016 übergab er die Regie an Robert Rodriguez, behielt aber die Produktion und das Drehbuch. Der Film erschien 2019 mit Rosa Salazar in der Titelrolle, deren Performance via Motion-Capture aufgezeichnet und mit CGI-Augen versehen wurde, die den Manga-Stil zitieren.

Die Welt des Films teilt sich in zwei Ebenen: Zalem, die schwebende Himmelsstadt, und Iron City darunter, wo die Menschen aus den Überresten der alten Welt leben. Alita wird von Dr. Ido (Christoph Waltz) aus dem Schrott geborgen und stück für Stück restauriert. Sie entdeckt, dass ihr Körper URM-Berserker-Technologie enthält, eine verlorene Kampftechnik aus dem großen Krieg, der die Welt vor 300 Jahren zerstörte. Motorball, ein brutaler Cyborg-Gladiatorensport, dient als zentrales Handlungselement und Metapher für die Ausbeutung der Unterschicht durch Zalem.

Visuell war der Film ein technisches Meisterwerk. Die WETA-Workshop-Effekte für Alitas Cyborg-Körper und die Motorball-Sequenzen setzten neue Standards für Performance-Capture. Die Geschichte endet allerdings mit einem offenen Schluss, der auf eine Fortsetzung angelegt ist. Ob Alita: Battle Angel 2 produziert wird, blieb lange unklar. Cameron und Rodriguez haben mehrfach Interesse bekundet, aber ein konkreter Produktionsstart wurde nicht bestätigt.

Der Film spielte weltweit 404 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von geschätzt 170 Millionen plus Marketing. Das Einspielergebnis wurde als knapp unter der Rentabilitätsschwelle eingestuft. In Japan und Lateinamerika lief der Film überdurchschnittlich gut, was Kishiros Manga-Vorlage und Rodriguez' Beliebtheit in spanischsprachigen Märkten widerspiegelt.

Alita: Battle Angel steht in einer Tradition von Manga-Verfilmungen, die im Westen ein Nischendasein führen. Ghost in the Shell (2017) mit Scarlett Johansson hatte ähnliche Schwierigkeiten, westliches Publikum für japanische Science-Fiction-Stoffe zu begeistern. Der Film zeigt, wie die Cyberpunk-Ästhetik des Manga zu einer visuell eigenständigen Filmsprache werden kann, die sich von Blade Runner und der westlichen Cyberpunk-Tradition abhebt.

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Alita: Battle Angel. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alita-battle-angel/ (abgerufen am 05.06.2026).