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Artificial Condition

Artificial Condition ist die zweite Murderbot-Novelle von Martha Wells und führt das SecUnit mit dem Forschungsschiff ART zusammen.

Martha Wells veröffentlichte 'Artificial Condition' 2018 als zweite Novelle der Murderbot Diaries nach 'All Systems Red'. Im Zentrum steht erneut das selbstbenannte Murderbot, ein SecUnit, das seine Kontrollsoftware gehackt hat und eigentlich lieber Serien schaut, als mit Menschen über Gefühle zu sprechen. Nach den Ereignissen des ersten Bandes will es herausfinden, was bei einem früheren Einsatz auf RaviHyral wirklich geschah.

Auf dieser Reise trifft Murderbot auf ART, ein mächtiges Forschungstransportschiff mit eigener KI. Die Beziehung zwischen SecUnit und ART gehört zu den beliebtesten Dynamiken der Reihe. ART ist übergriffig, brillant, neugierig und deutlich weniger höflich, als ein Forschungsschiff sein könnte. Murderbot nennt es zunächst Asshole Research Transport. Aus dieser Reibung entsteht ein Bündnis, das später für die Reihe wichtig bleibt.

Die Novelle verbindet Krimi, Konzernkritik und Identitätsgeschichte. Murderbot nimmt einen Auftrag als Sicherheitsberater an und muss Menschen schützen, während es zugleich seine Vergangenheit untersucht. Die Welt der Reihe ist von Konzernen, Verträgen, Ausbeutung und Sicherheitsprivatisierung geprägt. Autonomie ist hier kein abstraktes Ideal, sondern die Fähigkeit, nicht jederzeit durch Besitzer oder Softwarebefehle überschrieben zu werden.

'Artificial Condition' gewann Hugo und Nebula Award in der Kategorie Novella. Die Auszeichnungen zeigen, wie stark Wells mit kurzer Form, sarkastischer Stimme und präzisem Worldbuilding wirkt. Murderbot ist eine der wichtigsten modernen Roboterfiguren, weil es Gewaltfähigkeit, soziale Angst, Medienkonsum und moralische Entwicklung in einer Figur vereint, die nie einfach menschlich werden muss, um ernst genommen zu werden.

Der Titel spielt mit mehreren Ebenen. Künstlich ist Murderbots Körper, sein Arbeitsstatus, die Unternehmenswelt um es herum und die Bedingung, unter der Persönlichkeit überhaupt sichtbar wird. Die Novelle fragt, welche Erinnerungen ein konstruiertes Wesen braucht, um sich selbst zu verstehen, und welche Vergangenheit vielleicht zu gefährlich ist, um sie bequem zu vergessen.

Die Novelle arbeitet außerdem mit Wells' typischer Spannung zwischen Handlungstempo und Innenkommentar. Murderbot analysiert Bedrohungen schnell, sozial aber oft panisch oder genervt. Diese Stimme macht die Reihe besonders: Action wird nicht heroisiert, sondern durch ein Bewusstsein gefiltert, das Kompetenz besitzt und Intimität für gefährlicher hält als bewaffnete Gegner.

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Artificial Condition. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/artificial-condition/ (abgerufen am 07.06.2026).