Aten-Asteroiden
Aten-Asteroiden sind erdnahe Objekte, deren Umlaufbahn überwiegend innerhalb der Erdbahn liegt und diese kreuzt. Der berühmteste Vertreter ist Apophis.
Aten-Asteroiden bilden eine der vier großen Klassen erdnaher Objekte. Ihre große Halbachse ist kleiner als eine Astronomische Einheit, ihre Bahn liegt also im Mittel innerhalb der Erdbahn. Weil ihr sonnenfernster Punkt aber über 0,983 Astronomische Einheiten hinausreicht, kreuzen sie die Erdbahn regelmäßig. Benannt ist die Klasse nach 2062 Aten, dem ersten entdeckten Vertreter, den Eleanor Helin 1976 am Palomar-Observatorium fand. Der Name geht auf Aton zurück, die altägyptische Sonnenscheibe.
Die anderen Klassen grenzen sich über ihre Bahnen ab. Apollo-Asteroiden haben eine größere Halbachse als die Erde und kreuzen deren Bahn von außen. Amor-Asteroiden nähern sich der Erdbahn von außen, ohne sie zu schneiden. Atira-Asteroiden bleiben vollständig innerhalb der Erdbahn. Zusammen bilden diese Gruppen die erdnahen Asteroiden, die für Wissenschaft, Bergbau und planetare Verteidigung im Mittelpunkt stehen.
Für die planetare Verteidigung sind Aten-Asteroiden besonders relevant, weil ihre erdbahnkreuzenden Orbits sie zu potenziellen Risikoobjekten machen. Apophis, der 2029 in nur 31.000 Kilometern an der Erde vorbeifliegt, ist ein Aten-Asteroid. Viele der als potenziell gefährlich eingestuften Objekte gehören zu dieser oder zur Apollo-Klasse. Gerade ihre Erdnähe macht sie zugleich zu attraktiven Zielen für künftigen Asteroidenbergbau.
In der Science-Fiction treten erdnahe Asteroiden in zwei Rollen auf. Als Bedrohung liefern sie den Stoff für Einschlagsszenarien von Lucifers Hammer bis Seveneves. Als Ressource werden sie zur ökonomischen Grundlage einer Raumfahrtzivilisation, die Wasser, Metalle und seltene Elemente aus erdnahen Brocken gewinnt. Beide Motive knüpfen direkt an reale Klassen wie die Aten-Asteroiden an, deren Bahnen die Grenze zwischen kosmischer Gefahr und kosmischem Rohstofflager markieren.
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