Astronomie

Big Whimper

Szenario für das Ende des Universums, bei dem es sich unendlich ausdehnt und langsam in Kälte und Dunkelheit versinkt.

Der Big Whimper (großes Wimmern) beschreibt ein Endzeitmodell des Universums, das weder mit einem spektakulären Kollaps noch mit einem plötzlichen Zerreißen endet. Stattdessen dehnt sich der Kosmos immer weiter aus, alles kühlt langsam ab, und am Ende versinkt das Universum in Kälte und Dunkelheit. Es ist ein Ende mit einem Wimmern statt mit einem Knall.

Die ferne Zukunft verläuft dabei in Epochen. Nach dem Ende der sternreichen Ära bilden sich keine neuen Sterne mehr, die letzten verglühen, und es bleiben Weiße Zwerge, Neutronensterne und Schwarze Löcher zurück. In der darauf folgenden, unvorstellbar langen Schwarz-Loch-Ära dominieren nur noch diese Giganten, bis selbst sie über Zeiträume von vielleicht zehn hoch hundert Jahren durch Hawking-Strahlung verdampfen. Falls auch Protonen zerfallen, löst sich am Ende sogar die normale Materie auf.

Das Ergebnis ist ein nahezu leeres, gleichförmiges Universum bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt, in dem nichts mehr geschieht, weil keine nutzbaren Energiegefälle mehr existieren. Dieses Szenario ist eng mit dem thermodynamischen Wärmetod, dem Zustand maximaler Entropie, verwandt und beruht auf der beobachteten beschleunigten Expansion des Kosmos. Es unterscheidet sich vom Big Crunch, der in einem Kollaps endet, und vom Big Rip, der alles zerreißt.

In der Science-Fiction ist der Big Whimper ein eindringliches Motiv für Geschichten über die allerletzten Zivilisationen am Ende der Zeit. Isaac Asimovs berühmte Kurzgeschichte Die letzte Frage und Gregory Benfords Galactic-Center-Saga fragen, wie intelligentes Leben auf ein solches Verlöschen reagieren könnte und ob sich der Wärmetod überhaupt überlisten ließe.