Verfilmung

Caprica

Prequel-Serie (2010) zu Battlestar Galactica: 58 Jahre vor dem Fall der Zwölf Kolonien, als die Zylonen erschaffen wurden.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Caprica und dem Battlestar-Galactica-Universum.

Caprica lief 2010 auf Syfy und wurde nach einer Staffel mit 18 Episoden eingestellt. Die Serie spielt 58 Jahre vor den Ereignissen von Battlestar Galactica, in einer Zeit, als die Zwölf Kolonien noch in Frieden leben und die Zylonen noch nicht existieren. Im Zentrum stehen zwei Familien: die Graystones und die Adamas.

Daniel Graystone (Eric Stoltz) ist ein Tech-Milliardär und Erfinder, dessen Tochter Zoe bei einem Terroranschlag einer monotheistischen Sekte getötet wird. Was niemand weiß: Zoe hat vor ihrem Tod einen digitalen Avatar von sich selbst in einer virtuellen Realität erschaffen, ein Abbild mit eigenem Bewusstsein. Graystone, getrieben von Trauer und Geschäftsinteresse, findet einen Weg, diesen Avatar in einen Roboterkörper zu transferieren. So entsteht der erste Zylon.

Joseph Adama (Esai Morales) ist ein Anwalt taurischer Herkunft, der bei demselben Anschlag seine Frau und seine Tochter verliert. Sein überlebender Sohn William wird später der Admiral der Galactica. Josephs Geschichte zeigt die taurische Untergrundkultur, Verbindungen zur organisierten Kriminalität und die Spannungen zwischen den verschiedenen Kolonien.

Caprica erzählte keine Weltraumgeschichte. Die Serie spielte fast ausschließlich in Städten und verhandelte Themen wie religiösen Fundamentalismus (die monotheistische Sekte Soldiers of the One gegen den Polytheismus der Kolonien), virtuelle Unsterblichkeit (der V-World-Holoband, eine Art Vorläufer des Metaverse), korporative Gier (Graystone Industries verkauft die Zylon-Technologie ans Militär) und die Frage, was Bewusstsein ausmacht (ist Zoe im Roboterkörper noch Zoe?).

Das Problem von Caprica war die Erwartungshaltung. Fans von Battlestar Galactica wollten Raumschlachten und Überlebenskampf. Stattdessen bekamen sie ein familiengetriebenes Drama mit philosophischen Untertönen, das näher an The Sopranos lag als an der Hauptserie. Die Einschaltquoten fielen nach den ersten Episoden rapide, und Syfy stellte die Produktion ein, bevor die erste Staffel vollständig ausgestrahlt war.

Rückblickend war Caprica ihrer Zeit voraus. Die Themen, die 2010 als zu abstrakt für ein Fernsehpublikum galten, darunter digitales Bewusstsein, religiöser Extremismus, die Ethik künstlicher Intelligenz, sind heute im Mainstream angekommen. Serien wie Westworld (2016) und Devs (2020) behandeln ähnliche Fragen mit größerem kommerziellem Erfolg.

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Caprica. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/caprica-serie/ (abgerufen am 05.06.2026).