Dark Factory
Eine vollautomatische Fabrik, die ohne menschliche Anwesenheit produziert und daher kein Licht benötigt. In der Science Fiction häufig Ausgangspunkt für Szenarien unkontrollierter maschineller Produktion.
Der englische Begriff Lights-Out Manufacturing beschreibt Fabriken, die so stark automatisiert sind, dass kein Mensch mehr anwesend sein muss, weshalb die Beleuchtung abgeschaltet werden kann. Die japanische Firma FANUC betreibt seit den 2000er Jahren Roboterfabriken, in denen Roboter andere Roboter herstellen und die bis zu 30 Tage ohne menschlichen Eingriff laufen können.
In der Science Fiction ist die menschenleere Fabrik ein wiederkehrendes Motiv. Philip K. Dicks Autofac (1955) ist das früheste und einflussreichste Beispiel. Die vollautomatischen Fabriken in der Terminator-Reihe produzieren Skynet-Kriegsmaschinen ohne jede menschliche Beteiligung. In der Matrix-Trilogie werden Menschen selbst in Fabriken gezüchtet, eine besonders düstere Umkehrung des Konzepts.
Die Realität nähert sich der Science Fiction schrittweise an. Moderne Halbleiterfabriken (Fabs) von Unternehmen wie TSMC oder Intel sind bereits weitgehend automatisiert, weil die Reinraumbedingungen menschliche Anwesenheit erschweren. Die Automobilindustrie nutzt Karosserieschweißstraßen, die vollständig von Robotern betrieben werden. Amazons Logistikzentren setzen zunehmend auf autonome Transportroboter.
Die gesellschaftliche Frage bleibt dieselbe wie in Dicks Erzählung: Wem gehören die Fabriken, wenn niemand mehr darin arbeitet? Und wer profitiert von der Produktion, wenn die Arbeit wegfällt? Die Science Fiction bietet zwei gegensätzliche Antworten: In dystopischen Szenarien konzentriert sich der Gewinn bei einer kleinen Elite (Player Piano, Elysium). In utopischen Visionen gehört die Produktion allen (Culture, Star Trek).
Die Dark Factory ist auch deshalb ein nützliches Konzept, weil sie Automatisierung sichtbar macht. In normalen Diskussionen über KI und Jobverlust bleibt das Konkrete abstrakt. Eine Fabrik, in der kein Licht brennt und kein Mensch arbeitet, macht das greifbar. Sie ist das physische Bild einer wirtschaftlichen Transformation, die sich sonst in Statistiken verbirgt. Science Fiction nutzt dieses Bild oft, weil Leser Bilder brauchen, keine Graphen.
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