Warhammer 40K: Darktide
Koop-Shooter in den Eingeweiden einer Hive-Stadt.
Warhammer 40,000: Darktide (2022) stammt vom schwedischen Studio Fatshark, das sich mit der Vermintide-Reihe bereits als Spezialist für kooperative First-Person-Action bewiesen hatte. In Darktide kämpfen sich vier Spieler durch die Eingeweide der Hive-Stadt Tertium auf dem Planeten Atoma Prime. Die Bedrohung kommt von Chaos-Kultisten und mutiertem Poxwalker-Horden, die den Unterbienenstock infiziert haben.
Das Spiel fängt die klaustrophobische Seite des 40K-Universums ein wie kein anderes Medium. Die Hive-Stadt fühlt sich an wie eine lebende Maschine: endlose Industriekorridore, flackerndes Licht, Gebete aus Lautsprechern, und überall Verfall. Vier Klassen (Ogryn, Psyker, Zealot, Veteran) bieten unterschiedliche Spielstile. Die Nahkampf-Mechanik, Fatsharks Spezialität, übersetzt das brutale Tempo der Black-Library-Romane in Gameplay.
Darktide hatte einen holprigen Launch (fehlende Inhalte, Performanceprobleme), wurde aber durch kontinuierliche Updates deutlich verbessert. Wer die dichte Atmosphäre des Spiels mag und tiefer in das 40K-Universum eintauchen will, findet in Dan Abnetts Eisenhorn-Trilogie und der Gaunt's-Ghosts-Reihe die literarischen Entsprechungen zu Darktides Stimmung.
Das 40K-Universum kennt keine Helden im klassischen Sinn, nur Überlebende. Der Ogryn-Charakter Bone'ead ist vielleicht der emotionale Kern des Spiels: ein genetisch verstärkter, simpel denkender Riese, der trotzdem eine Würde ausstrahlt, die vielen komplizierten Figuren fehlt. Fatshark gab jedem der vier Archetypen eigene Dialogzeilen und Reaktionen auf Ereignisse, was die Zusammenarbeit narrativ kohärenter macht als in den meisten Koop-Shootern.
Die Hive-Stadt als Setting ist in der SF-Literatur selten so konsequent ausgearbeitet wie im 40K-Universum. Millionen oder Milliarden Menschen schichten sich in einem urbanen Koloss übereinander, die Oberschicht über dem Smog, die Unterklasse in tiefen Ebenen ohne Tageslicht. Abnetts Eisenhorn und Ravenor operieren oft in diesen Eingeweiden. Darktide greift dasselbe Setting auf und macht es spielbar.
Für Neulinge im 40K-Universum ist Darktide ein guter Einstieg, weil es keinen Vorlauf erfordert. Die Story funktioniert eigenständig. Wer danach mehr will, liest Helsreach (Aaron Dembski-Bowden), das eine verzweifelte Städteverteidigung gegen Orks erzählt und zu den besten 40K-Romanen gehört.
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Warhammer 40K: Darktide. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/darktide/ (abgerufen am 17.06.2026).