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Directive 8020 (2026)

Supermassive Games: Gestaltwandelnder Alien auf einem Kolonieschiff.

Supermassive Games (Until Dawn, The Dark Pictures Anthology, The Quarry) bringt einen narrativen Horror ins Weltraum-Setting. Die Crew eines Kolonieschiffs entdeckt, dass ein gestaltwandelndes Alien an Bord ist. Im Gegensatz zu anderen Horrorspielen gibt es keine Waffen: Überleben erfordert Stealth, Beobachtung und Entscheidungen unter Druck.

Supermassive hat sich auf interaktive Horrorfilme spezialisiert, bei denen jeder Charakter sterben kann und die Entscheidungen des Spielers die Geschichte radikal verändern. Das Weltraum-Setting verschärft die Prämisse: Auf einem Kolonieschiff kann niemand entkommen, Hilfe von außen ist ausgeschlossen, und jedes Crew-Mitglied könnte der Shapeshifter sein. Paranoia und Vertrauen werden zum zentralen Spielelement.

Das Konzept vereint zwei Horror-Klassiker: Alien (ein fremdes Wesen auf einem Schiff, das die Crew dezimiert) und The Thing (ein Gestaltwandler, der jeden imitieren kann). Die Frage, wem man vertrauen kann, wenn jeder ein Monster sein könnte, dürfte die Koop-Erfahrung prägen.

Wer diese Prämisse in Buchform sucht, liest Blindsight (Watts, verstörender Alien-Kontakt), John W. Campbells Who Goes There? (Vorlage für The Thing) oder Children of Ruin (Tchaikovsky, fremdartige Intelligenz).

Supermassives Narrative-Horror-Spiele, besonders Until Dawn, haben bewiesen, dass das 'jeder kann sterben'-Konzept emotionalen Einsatz erzeugen kann. Der Spieler investiert in Charaktere, die dann sterben können, wenn die Entscheidungen falsch sind. Das funktioniert, weil die Figuren Zeit bekommen, bevor die Gefahr einbricht. Directive 8020 stellt dieses Konzept vor eine neue Herausforderung: In einem Koop-Setting sind die Charaktere nicht NPC-Begleiter, sondern andere Spieler. Das Paranoia-Element verändert sich grundlegend.

Ein Shapeshifter, der jeden imitieren kann, ist im Singleplayer-Kontext ein Mysterium. Im Multiplayer wird es zur zwischenmenschlichen Spannung: Wer von uns vier Spielern ist infiziert? Das ist im Tabletop-Bereich als 'Social Deduction' bekannt (Werwolf, Among Us), aber Supermassive könnte es in eine narrative Horror-Erfahrung überführen, die beide Genres verbindet.

Für Leser, die die Prämisse des unsichtbaren Feindes im Kolonieschiff fasziniert: Alastair Reynolds' Revelation Space zeigt ähnliche Paranoia in einem interstellaren Kontext. Dan Simmons' Olympos enthält ein gestaltwandelndes Wesen, das philosophische Fragen über Identität aufwirft.

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Directive 8020 (2026). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/directive-8020/ (abgerufen am 17.06.2026).

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