Spezies

Engineers

Die Engineers sind eine uralte Spezies riesenhafter Humanoider aus 'Prometheus' und 'Alien'. Sie schufen das menschliche Leben und stehen am Ursprung des schwarzen Schöpfungsstoffs und der Xenomorph-Mythologie.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien- und Prometheus-Franchise von Ridley Scott.

Die Engineers, auf Deutsch oft Konstrukteure genannt, sind eine fiktive außerirdische Spezies aus dem Alien-Universum, die erstmals mit Ridley Scotts Film 'Prometheus' (2012) in den Vordergrund rückte. Sie sind groß gewachsene, bleiche, muskulöse Humanoide und werden im Film als die Schöpfer des menschlichen Lebens auf der Erde dargestellt. Damit liefert 'Prometheus' eine Vorgeschichte zu Scotts Klassiker 'Alien' von 1979 und verbindet die mysteriöse Figur des sogenannten Space Jockey mit einer ganzen Mythologie.

Der Space Jockey war in 'Alien' eine der rätselhaftesten Erscheinungen: ein gigantisches, versteinertes Wesen am Steuer eines abgestürzten Raumschiffs, in dessen Frachtraum die Crew der Nostromo die ersten Alien-Eier fand. Lange blieb offen, wer oder was dieses Wesen war. 'Prometheus' enthüllt, dass es sich beim Space Jockey nicht um eine eigene Kreatur handelt, sondern um einen Engineer in einem exoskeletthaften Anzug. Diese Verbindung war für viele Fans des Originals eine der wichtigsten und zugleich umstrittensten Neuerungen des Prequels.

Zentral für die Engineers ist eine viskose schwarze Substanz, im Englischen meist Black Goo genannt. Diese Substanz ist zugleich Schöpfungs- und Vernichtungswerkzeug. In der Eröffnungsszene von 'Prometheus' trinkt ein Engineer von dieser Flüssigkeit, zerfällt und sät damit die Bausteine des Lebens in ein Gewässer, ein bewusst mythisch inszeniertes Bild von Opfer und Genesis. Dieselbe Substanz wirkt jedoch in anderem Zusammenhang als furchtbare biologische Waffe, die Organismen unkontrolliert mutieren lässt und neue Lebensformen hervorbringt.

Genau in dieser Doppelnatur liegt die erzählerische Idee der Engineers. Sie schufen die Menschheit, beschlossen aber zu einem späteren Zeitpunkt offenbar, sie wieder auszulöschen, und hielten dafür ihre schwarze Substanz als Waffe bereit. Warum sie ihre eigene Schöpfung vernichten wollten, bleibt im Film bewusst offen und ist eine der großen ungelösten Fragen des Franchise. In der weiteren Mythologie wird angedeutet, dass die unkontrollierten Mutationen der Substanz letztlich auch die Xenomorphe hervorbrachten, jene ikonischen Kreaturen, die ihre Schöpfer am Ende überwältigten.

In 'Alien: Covenant' (2017) wird die Geschichte fortgeführt, als der Android David die schwarze Substanz auf einer Engineer-Welt freisetzt und damit eine Katastrophe auslöst. Damit verschiebt das Franchise die Schöpferrolle weiter, vom Engineer über den Menschen zur künstlichen Intelligenz, und stellt die Frage nach Schöpfung und Hybris in immer neuen Variationen.

Designerisch greifen die Engineers auf das berühmte Bildvokabular des Schweizer Künstlers H. R. Giger zurück, der den ursprünglichen Space Jockey und den Xenomorph entwarf. Die Engineers wirken klassisch und beinahe antik, fast wie lebende Statuen, und stehen damit in bewusstem Kontrast zur biomechanischen Albtraumästhetik der Aliens. Diese Gegenüberstellung von erhabenen Schöpfern und monströser Schöpfung gibt dem Alien-Universum seine besondere mythologische Tiefe.

Für die Frage nach dem ersten Kontakt sind die Engineers ein faszinierendes Gedankenspiel. Sie kehren die übliche Erwartung um: Nicht der Mensch trifft auf eine fremde Intelligenz, sondern er entdeckt, dass er selbst das Produkt einer fremden Intelligenz ist, deren Absichten dunkel und womöglich feindselig sind.

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Engineers. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/engineers/ (abgerufen am 06.06.2026).

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