Verlag

Gollancz

Traditionsreicher britischer SF-Verlag.

Victor Gollancz Ltd wurde 1927 von Victor Gollancz in London gegründet und gehört heute als SF/Fantasy-Imprint zur Orion Publishing Group innerhalb von Hachette. Zwischen den frühen 1960ern und den späten 1980ern war Gollancz der führende britische Hardcover-Verlag für Science Fiction. Die markanten gelben Schutzumschläge mit typografischem Design wurden zum Erkennungszeichen und sind unter Sammlern legendär.

Die Reihe SF Masterworks, in der Gollancz seit 1999 Klassiker der Science Fiction in einheitlicher Gestaltung neu auflegt, umfasst über hundert Titel und hat Generationen von Lesern an Werke von Stanisław Lem, Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin und Alfred Bester herangeführt. 2011 startete das SF Gateway, ein digitales Archiv, das tausende vergriffene SF-Titel als E-Books zugänglich macht und mit der Encyclopedia of Science Fiction verknüpft ist.

Zu den aktuellen Gollancz-Autoren zählen Alastair Reynolds (Revelation-Space-Universum), Richard Morgan (Altered Carbon), Adrian Tchaikovsky (Children of Time) und Ben Aaronovitch (Die Flüsse von London). Der Verlag hat sich seinen Ruf als Haus bewahrt, das literarisch ambitionierte Genre-Literatur fördert und gleichzeitig kommerziell erfolgreiche Titel hervorbringt.

Die SF Masterworks-Reihe ist für den Kanon der englischsprachigen Science Fiction das, was Reclam für die deutsche Literatur ist: ein preisgünstiger, qualitätvoller Zugang zu den Werken, die eine Generation geprägt haben. Dass die Reihe über hundert Bände umfasst und regelmäßig erweitert wird, zeigt eine redaktionelle Entschlossenheit, die in der heutigen Verlagslandschaft nicht selbstverständlich ist. Der gelbe Rücken mit dem klassischen Gollancz-Layout ist für viele internationale SF-Leser das erste visuelle Signal, das auf Substanz hinweist.

Das SF Gateway, das Gollancz 2011 startete, ist ein unterschätztes Projekt. Tausende vergriffener SF-Titel als E-Books zugänglich zu machen und mit der Encyclopedia of Science Fiction zu verknüpfen, ist Kulturarbeit in einer Branche, die sonst eher das Neue feiert als das Bewahrte. Autoren, die seit Jahrzehnten aus dem Handel verschwunden waren, fanden durch das Gateway wieder Leser.

Für das aktuelle Programm gilt, dass Gollancz einen Blick für langfristige Karrieren hat. Alastair Reynolds ist seit seinem Debüt Revelation Space (2000) beim Verlag, ebenso Adrian Tchaikovsky, dessen Spinnensaga Children of Time (2015) den Arthur C. Clarke Award gewann. Diese Kontinuität ist selten, sie setzt voraus, dass ein Verlag über Einzeltitel hinaus an Autoren glaubt.

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Gollancz. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/gollancz/ (abgerufen am 17.06.2026).