Persönlichkeit

Greg Egan

Australischer Autor, der die härteste Hard SF schreibt: Romane, in denen Quantenmechanik und Topologie zu Handlungselementen werden.

Greg Egan (*1961) aus Perth, Australien, ist der Autor, den andere Hard-SF-Autoren lesen, wenn sie herausgefordert werden wollen. Seine Romane und Kurzgeschichten setzen ein Verständnis von Mathematik und Physik voraus, das selbst naturwissenschaftlich gebildete Leser an ihre Grenzen bringt, belohnen aber mit Ideen, die nirgendwo sonst zu finden sind.

Permutation City (1994) erforscht die Frage, was passiert, wenn digitale Bewusstseine ihre eigene Realität erschaffen. Der Roman argumentiert, dass jede mathematisch konsistente Struktur existiert, ob sie berechnet wird oder nicht. Es ist eines der philosophisch radikalsten Bücher der Science-Fiction.

Diaspora (1997) beginnt mit der Entstehung eines künstlichen Bewusstseins in einer Post-Singularitäts-Zivilisation und endet in einem Universum mit sechs Makrodimensionen. Dazwischen liegt eine Geschichte über Neugier als fundamentalen Antrieb intelligenter Wesen.

Schild's Ladder (2002) handelt von einer Katastrophe, bei der ein Experiment eine neue Art von Vakuum erzeugt, das sich mit halber Lichtgeschwindigkeit ausbreitet und den Raum dahinter durch Physik mit anderen Gesetzen ersetzt. Die Protagonisten müssen entscheiden, ob sie das neue Vakuum bekämpfen oder erforschen.

Für seine 1998 in Asimov's Science Fiction veröffentlichte Novelle Oceanic, die Fragen von Glauben und Wissenschaft auf einer fremden Wasserwelt verhandelt, erhielt Egan 1999 den Hugo Award und den Locus Award, zwei der wichtigsten Auszeichnungen des Genres.

Egans Orthogonal-Trilogie spielt in einem Universum, in dem die Raumzeit eine andere Signatur hat als in unserem: Licht verschiedener Frequenzen bewegt sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Er leitete die komplette alternative Physik dieses Universums ab und stellte die Diagramme auf seiner Website zur Verfügung.

Egan lebt zurückgezogen, gibt keine Interviews und veröffentlicht keine Fotos. Sein Werk spricht für sich: Es ist die kompromissloseste Verbindung von Wissenschaft und Literatur, die das Genre kennt.

Neben den Romanen ist Egan auch als Kurzgeschichtenautor einflussreich. Sammlungen wie Axiomatic (1995) bündeln frühe Erzählungen, die viele der Themen vorwegnehmen, die er später in Romanlänge vertiefte: künstliches Bewusstsein, die Konstruktion von Identität und die Frage, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn sich sein Substrat verändert. Egans strikte Weigerung, sich öffentlich zu inszenieren, passt zu seinem Werk: Im Zentrum stehen ausschließlich die Ideen, die er mit unnachgiebiger Konsequenz zu Ende denkt, selbst wenn sie Lesern jeden Trost verweigern.

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Greg Egan. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/greg-egan/ (abgerufen am 25.08.2026).