Hard Problem of Consciousness
Die Frage, warum physikalische Prozesse im Gehirn überhaupt von subjektivem Erleben begleitet werden.
Das Hard Problem of Consciousness (schwieriges Problem des Bewusstseins) wurde 1995 von dem australischen Philosophen David Chalmers formuliert. Es unterscheidet sich von den leichten Problemen des Bewusstseins (easy problems), die erklären, wie das Gehirn Informationen verarbeitet, Reize unterscheidet und Verhalten steuert. Diese mechanischen Fragen sind schwierig, aber prinzipiell durch Neurowissenschaft lösbar.
Das Hard Problem fragt etwas anderes: Warum gibt es überhaupt subjektives Erleben? Warum fühlt sich Schmerzverarbeitung nicht einfach wie nichts an? Ein Roboter kann Gewebeschäden erkennen und darauf reagieren, ohne dass irgendjemand zu Hause ist. Warum ist beim Menschen jemand zu Hause?
Das Problem lässt sich in einer Frage zusammenfassen: Warum ist nicht alles dunkel drinnen? Selbst wenn wir jede einzelne Synapse und jeden Neurotransmitter im Gehirn kartiert hätten, hätten wir immer noch keine Erklärung dafür, warum diese physikalischen Prozesse von Bewusstsein begleitet werden.
Verschiedene Positionen reagieren unterschiedlich auf das Hard Problem: Der Physikalismus behauptet, dass Bewusstsein vollständig aus physikalischen Prozessen erklärt werden kann, und das Hard Problem verschwinden wird, wenn wir genug über das Gehirn wissen. Der Eigenschaftsdualismus (Chalmers' Position) akzeptiert, dass Bewusstsein eine fundamentale Eigenschaft ist, die nicht auf Physik reduziert werden kann. Der Panpsychismus schlägt vor, dass Bewusstsein in allen Materieformen angelegt ist, als grundlegende Eigenschaft der Natur.
Für die KI-Forschung ist das Hard Problem zentral: Wenn wir nicht verstehen, wie Bewusstsein im Gehirn entsteht, können wir auch nicht wissen, ob eine KI jemals bewusst sein wird. In der Science-Fiction stellt Peter Watts' Blindsight (2006) die provozierende Frage, ob Bewusstsein überhaupt nützlich ist: Die außerirdischen Wesen im Roman sind hochintelligent, aber völlig unbewusst.
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